Auch 28 Jahre nach seinem Tod ist Picasso immer noch der beste Werbeträger.

So wird er auch der Ausstellung über Dora Maar im Haus der Kunst als Publikumsmagnet angehängt, obwohl es hier nicht um die weinende Muse geht, sondern um die Fotografin, die sich ihren Ruf selbst erarbeitet hat (Dora Maar & Picasso, Haus der Kunst, München, bis zum 13. Januar 2002

Katalog 49,- DM). 1907 als Henriette Markovitch geboren, fand die den Surrealisten zugetane Fotografin im Paris der zwanziger Jahre Motive und Anregungen in Hülle und Fülle. Sie galt als begabt, emanzipiert, elegant bis extravagent, schön, aber auch melancholisch, klug, gebildet und sehr ernst. In der Ausstellung ist deutlich zu sehen, dass sie unterschiedliche Spuren aufnimmt, um dann in der ältesten Aufgabe der Fotografie, dem Porträt, den persönlichsten Ausdruck zu finden. Im Jahr 1936 wird ihr berühmtes Portrait d'Ubu auf der Surrealistenausstellung gezeigt. Sie lernt Picasso kennen, der sie die Entstehung von Guernica dokumentieren lässt. Sie fotografiert jetzt weniger, und wenn, dann im privaten Kreis. Das Ende der Geschichte ist bekannt: Dora Maar zerbricht an der Trennung von Picasso und stirbt 1997 vereinsamt.