"Daaf dat dat?", fragt ein rheinischer Witz über ein freches Kind, die Pointe lautet: "Dat dat dat daaf!" Dieser Witz wird derzeit am Düsseldorfer Schauspielhaus aufwändig inszeniert unter dem preiswerten Titel 39,90. Der gleichnamige Roman des französischen Exwerbers Frédéric Beigbeder erzählt von der Werbebranche, deren Protagonisten er als verkokst, verhurt, geldgeil und zynisch denunziert - also das, was Kommunikationsdesign-Studenten werden wollen. Das Theater will endlich auch hip sein - doch das ist schwer, leichter ist einkaufen, was schon gehypt ist: Filme, Bücher, TV-Shows - wer nichts wird, adaptiert. Gern tut dies der Regisseur Burkhard C. Kosminski

er hat mehrfach gefeierte Filme für die Bühne umkopiert, from celluloid to void.

Nun greift er zum Papier. Was könnte an Beigbeder auf dem Theater interessieren? Nur der Zynismus. Dat daaf - man muss nur Mut haben! Doch man spült weich in der Henkel-Stadt. Das Obszöne - "Ein Volk, ein Reich, ein Joghurt. Es ist kein großer Unterschied zwischen liquidieren und konsumieren" - wird unter Lärm versteckt, die Werbe-Intermezzi sind, politisch korrekt, Werbekritik, die käufliche Zuschauerin ist natürlich inszeniert. Die Infamie der bösen Werber wirkt wie das, was sie verkaufen: Quark.

Lieschen-Müller-Milch.