Dieser Krieg gegen den (islamischen) Terrorismus kann als erstes Manöver der politisch-militärischen Globalisierung betrachtet werden. Äußerlich, auf der Ebene der politischen Systeme und ihrer Institutionen, vereint er Osten und Westen in einer bisher beispiellosen Art und Weise. Die Institutionen des Ostens, insbesondere die arabisch-islamischen, haben alle westlichen Forderungen erfüllt, um die Durchführung des Krieges zu erleichtern, ihm den Weg zu bahnen und auf seiner Seite zu stehen. All das hat sich direkt oder indirekt, im Geheimen oder öffentlich, freiwillig oder unter Zwang vollzogen.

Der Krieg zeigt, dass Globalisierung im Wesentlichen ein Bündnis zwischen politischen Systemen und Institutionen ist, nicht zwischen Völkern und Kulturen. Globalisierung ist in erster Linie Militärpolitik, bei der die wirtschaftlichen Aspekte von Produktion und Konsum im Vordergrund stehen.

Amerikanisch in ihrer Planung und Führung, ist sie quasi auferlegt. Der Krieg festigt die Achtlosigkeit gegenüber den Völkern und ihren Kulturen, ihren Bedürfnissen und ihrem Streben. Dies schließt auch die Achtlosigkeit gegenüber den marginalisierten schöpferischen Kräften dieser Völker ein, nicht nur im Osten, sondern auch im Westen. Mit anderen Worten, die Globalisierung festigt sich als Globalisierung der Maschinen und ihrer Kriege, nicht der Menschen und ihrer schöpferischen Leistungen.

An die Künstler und Intellektuellen des Westens, deren Länder diesen Krieg und diese Globalisierung anführen, muss deshalb eine Frage erlaubt sein: Wie kommt es, dass sie sich zum großen Teil der Sichtweise der westlichen Institutionen unterwerfen? Sie müssten doch am besten wissen, dass diese Institutionen die Welt, insbesondere den arabisch-islamischen Teil, nur unter politischwirtschaftlichem Aspekt betrachten. Ihre Kenntnis beschränkt sich auf die reproduzierten Klischees von Experten, die über die andere Kultur und Gesellschaft nur Schlagwörter kennen wie Exilierung, religiöser Dogmatismus, Verschwörung, Terrorismus. Wie kommt es, dass sich die meisten Intellektuellen dem politisch-militärischen Banner dieses Krieges anschließen? Warum bekennen sie sich nicht zu den Prinzipien der revolutionären Bewegungen, die im Westen den Grundstein für Menschenrechte, Demokratie und Freiheit legten? Wieso beziehen sie sich nicht auf die Aufklärung und rufen nicht dazu auf, die arabisch-islamische Welt oder andere nichtwestliche Länder so zu unterstützen, dass sie aus eigener Kraft der Rückschrittlichkeit, Menschenverachtung und dem Terrorismus den Krieg erklären?

Ohne Zweifel wissen die westlichen Intellektuellen, dass sich der (islamische) Terrorismus nicht nur gegen den amerikanischen Westen richtet, sondern, und vor allem, gegen die Araber und Muslime, gegen ihr Menschsein, ihr Wesen und Werden. Vielleicht aber interessieren sie - ähnlich wie die Führung der politischen Institutionen - nur die geografische Weite, die verborgenen Reichtümer und die Absatzmärkte dieser Länder, und die Einwohner werden als Wesen betrachtet, die vom Kreis jener ausgeschlossen sind, die Anspruch auf Menschenrechte, Demokratie und Fortschritt haben.

Die Beziehungen zwischen dem Westen und dem arabisch-islamischen Osten ist letztendlich, und ganz gleich, wie man sie betrachtet, problematisch für die Araber und Muslime allein. Wir müssen uns jedoch eingestehen, dass der muslimische Araber bis auf die Knochen vom "Anderen" durchdrungen ist, sei es in negativer oder positiver Hinsicht. Auf der zivilisatorisch-technischen Ebene ist er nicht er selbst, und zwar in dem Maße, wie er selbst jener fremde "Andere" ist. Selbst die Al-Qaida, die das "Andere" kategorisch und in allen seinen Erscheinungsformen ablehnt, tut dies mit Waffen, die nicht sie erfunden hat, sondern "er".

Deshalb bedeutet die Konfrontation mit dem "Anderen" nicht nur einen äußeren Zwiespalt, sondern einen, der in unserem tiefsten Inneren sitzt, theoretisch und praktisch. Selbst wenn wir aus dem "Anderen" einen Teufel machen - was einige von uns tun - ist es ein Teufel, der in uns wohnt. Deshalb können wir sein Wirken bei der Suche nach unseren Problemen nicht als eine von außen kommende Verschwörung betrachten. In seiner Sprache, Kultur, Technologie, Produktion und im täglichen Leben ist der "Andere" ein Teil unserer gegenwärtigen Identität. Kritisieren wir ihn, müssen wir uns bewusst sein, dass er zu unserem Gesicht gehört - verborgen, unsichtbar oder leuchtend gegenwärtig, je nach Situation. Es ist daher natürlich, dass wir auch die schöpferischmenschliche Seite des "Anderen", die uns in den Intellektuellen, Dichter und Künstler des Westens entgegentritt, nach ihrer Rolle, nicht nur in ihrem Leben, sondern in unser aller Leben befragen.