Die Kundin möchte nach ihrem Tod ein künstliches Riff werden? Nichts leichter als das: Ihre Asche wird nach Orlando geflogen, mit Zement vermischt und vor der Küste Floridas mit anderen Betonpfeilern im Meer versenkt. Ein anderer Kunde will nach dem Ableben als Sternschnuppe enden? Kein Problem: Für 10 000 Mark bringt ein Shuttle die Aluminiumurne in die Erdumlaufbahn.

Nach ein paar Millionen Flugkilometern verglüht die Kapsel in der Atmosphäre.

Die gute Fee, die solche Wünsche erfüllt, heißt Verena Kurz-Feuerstein. Sie leitet mit ihren Eltern eines der modernsten Bestattungshäuser Deutschlands.

Und sie gehört zum ersten Jahrgang des Bestatternachwuchses, der im vergangenen Jahr die Prüfung zum Bestattermeister - Neudeutsch: Funeral Master - ablegte.

Bestatter sind Floristen und Trauerpsychologen zugleich, Drucker und Gärtner, Dekorateure und Einzelhändler. Doch die Berufsbezeichnung ist ungeschützt.

Wer sich einen Gewerbeschein holt, darf ins Geschäft mit dem Tod einsteigen.

Zwar gibt es die Ausbildung zum Bürokaufmann, Fachrichtung Bestattungswesen