Auch Redakteure wissen, dass die Zeitungen, für die sie schreiben, nicht ausschließlich gelesen werden. Im Winter kommt die große Zeit des Zeitungspapiers: am Anfang eines Kaminfeuers, zusammengeknüllt in schneenassen Stiefeln, als Verpackung für Weihnachtsgeschenke. Das ist schon in Ordnung.

Was das Geschenkpapier betrifft, haben wir beschlossen, Ihnen entgegenzukommen, und - in Zusammenarbeit mit der Berliner Galerie Art & Idea - vier junge Künstler gebeten, sich etwas für unsere ZEIT-Nutzer auszudenken.

Das Geschenkpapier der Österreicherin Uli Aigner (2. von links) veröffentlichen wir in dieser Leben-Ausgabe als Doppelseite. Die Arbeiten von H. N. Semjon aus Berlin (links unten), Emiko Kasahara, New York City (2. von rechts), und Marko Lehanka, Frankfurt am Main (ganz rechts), finden Sie zum Ausdrucken im Internet unter www.zeit.de/2001/ 49/geschenkpapier.

Uli Aigner, 36, ist eine der bekanntesten österreichischen Künstlerinnen. In zahlreichen Ausstellungen - im Museum Moderner Kunst-Stiftung Ludwig in Wien, im Freud Museum London - hat sie sich mit privaten Beziehungen und mit Ideen von Schönheit auf Video, in Fotografien und in Zeichnungen beschäftigt. Auch auf dem Geschenkpapier kommen beide Themen vor, die schönen Zeichen des Weihnachtlichen und das, was Schenker und Beschenkte verbindet. Die Leute, sagt Uli Aigner zu ihrer Arbeit, stehen zueinander in unzählbaren, beschreiblichen und unbeschreiblichen Beziehungen. Alles, was passiert und worüber Zeitungen berichten, entsteht aus Interaktion zwischen Menschen.

Viele Beziehungen zähle ich auf - mögen die Leser darunter eine oder mehrere ihrer eigenen Beziehungen finden und das Weihnachtspapier für ein Geschenk an die betreffende Person verwenden.

Jetzt haben Sie das Papier! Was Sie darin verpacken möchten, können wir Ihnen nur vorschlagen. Deshalb finden Sie auf der Rückseite des Bogens einige Dinge, die Leuten, die schon alles haben, das Leben leichter machen. Und all diese Geschenke passen praktischerweise in unser Papier. Fast alle.

Früher haben wir uns sogar über ein paar grobe Wollsocken gefreut, hören wir die Oma sagen. Das gilt noch immer. Hauptsache, die Verpackung stimmt.