In Ihrem Leitartikel werfen Sie den "Neinsagern" Fundamentalismus, ideologischen Starrsinn, Selbstgerechtigkeit und Kompromissunfähigkeit vor.

Aus dieser Sichtweise erscheint eine erpresserische oder zumindest taktische Verknüpfung der Vertrauensfrage mit der Sachfrage der Militäreinsätze logisch.

Zeigt aber nicht gerade unsere deutsche Geschichte, dass die Mehrheitsmeinung manchmal gefährliche Entwicklungen zutage bringt? Umso wichtiger sind einzelne abweichende und kritische Stimmen. Ich jedenfalls bin den wenigen Neinsagern dankbar, dass sie ihre Position nicht einfach der Parteipolitik geopfert haben.

Dr. J. Brönneke-Born Bad Hersfeld

Seit ich die Grünen kenne, redet man ständig von einer "Zerreißprobe für die Grünen". Welch ein starker Stoff muss diese grüne Partei wohl sein, dass sie trotz aller Strapazen noch nicht zerrissen ist.

Zugegeben: Es gibt eine Zerrissenheit. Diese Zerrissenheit ist die Zerrissenheit aller vernünftigen Menschen, die sich Gedanken über die ethischen Gesichtspunkte von militärischen Einsätzen machen. Von der Zerrissenheit, die den militärischen Einsatz in Afghanistan betrifft, bin auch ich nicht befreit.

Eine uneingeschränkte Solidarität ist nur dann zu bejahen, wenn diese auch Kritik erlaubt, Ratschläge akzeptiert und die Solidaritätspartner mit Informationen nicht so sparsam sind.