Er kam auf einem der elterlichen Landgüter zur Welt. Die Familie gehörte seit dem fünfzehnten Jahrhundert zum Adel. Der Vater war in jungen Jahren in die Armee eingetreten und war bei der Bekämpfung der islamischen Widerstandsbewegung eingesetzt worden. Viele Jahre danach beschrieb der Sohn in einem Brief die Familie:

Mein Vater führt ein liederliches Leben, die Mutter ist schwer krank, der ältere Bruder macht Schulden, die er durch weiß Gott wen zurückzahlen wird, der jüngere Bruder ist fürchterlich faul, ein Mensch, mit dem man besser nicht bekannt ist.

Und ein anderesmal erzählte er: Meine Großmutter war sehr gutherzig

sie glaubte mir alles, was ich ihr erzählte. Gewöhnlich bekam ich von ihr zehn Kopeken täglich, für meine Ausgaben und die Fahrt zum Konservatorium. Aber ich ging direkt zum Schlittschuhlaufen und verbrachte so den ganzen Vormittag. Ich wurde ein erstklassiger Schlittschuhläufer, machte aber stets einen großen Bogen um das Konservatorium. Dann aber erhielt ich dieses häßliche Zeugnisheft. Oh, wie ich es haßte! Ich brachte es nach Hause, nahm eine Kerze und ging schnurstracks auf dieToilette. Dort schloß ich mich ein, und bald waren all die schlechten Noten in gute umgewandelt ... Daß meine Großmutter sich so täuschen ließ, konnte ich nicht verstehen. Einmal, im Frühjahr, war ich dem Zeugnis nach zu urteilen fast einer der besten der Klasse. Wir fuhren nach N., um dort den Sommer auf einem der großmütterlichen Güter zu verbringen, (die eigenen hatte der Vater verjubelt). Aber diesmal war meine Mutter bei uns und so verlief die Sache ganz anders. Meine Mutter war nicht zu betrügen. Um alles nur noch zu verschlimmern, kam eine Lehrerin vom Konservatorium uns besuchen. > Der arme Junge<, sagte sie zu meiner Mutter, und die Mutter fragte: >Wieso? Was ist los?< Da überkam mich eine Flut von Fragen, und dann begriff die Lehrerin und sagte zur Mutter: >Aber Sie wissen es noch gar nicht? Er ist in allen allgemeinbildenden Fächern durchgefallen.< Und so kam alles heraus. Ich kam eben nur mit der Musik zurecht,wo ich nichts zu lernen brauchte.

Doch da täuschte er sich: Aufgrund seiner mangelhaften Leistungen in den Allgemeinfächern drohte das Konservatorium ihm mit einem Verweis. Da sprach die Mutter mit einem seiner Lehrer,und der riet ihr, den Zwölfjährigen in das Konservatorium der Hauptstadt zu geben, und er nannte ihr auch einen Lehrer.

Die Mutter folgte seinem Rat.

Im Herbst wurde er in die Klavierklasse am Konservatorium aufgenommen. Der Lehrer erklärte sich bereit, den Jungen zu erziehen und bei sich wohnen zu lassen. Er war ein hervorragender Pädagoge, der nicht nur der fachlichen Ausbildung, sondern auch der Allgemeinbildung einen großen Wert beimaß. Er ließ jeweils zwei oder drei begabte Schüler bei sich wohnen, um sich ihnen in diesem Sinne zu widmen. Im Mittelpunkt der Ausbildung stand ein täglich mehrstündiges Klavierüben, über das der Lehrer streng wachte, in unseren Übungsstunden herrschte eine bis ins letzte geregelte Ordnung, schrieb einer der Schüler.