Sagen wir es gleich: Es war nur ein PR-Coup. Ein amerikanisches Bio-Tech-Unternehmen will menschliche Embryonen geklont haben. Das Ziel der Biologen von Advanced Cell Technology (ACT) war die Züchtung embryonaler Stammzellen für lebensrettende Therapien. Das Resultat? Ein Fehlschlag.

Die Forscher verpflanzten die Kerne von Hautzellen in leere Eihüllen. Nichts geschah. Sie injizierten andere, vermeintlich potentere Zellen. 68 Versuche scheiterten. Drei Konstrukte verendeten nach nur wenigen Teilungen in der Laborschale.

Hinter Schlagzeilen stecken vor allem wirtschaftliche und politische Erwägungen. Es geht um Publicity, Marktanteile, Lizenzen und um einen Wettlauf mit dem Gesetzgeber.

Die härteste Konkurrenz von ACT, die Firma Geron, arbeitet mit Stammzellen aus überzähligen Embryonen. ACT-Chef Michael West hatte Geron einst gegründet. Will er nicht die Lizenzrechte seiner ehemaligen Mitstreiter verletzen, muss er einen anderen Weg finden, um an den begehrten Therapierohstoff zu gelangen.

Ende Juli hat ein Gesetz das Repräsentantenhaus passiert, das auch das therapeutische Klonen zur Gewinnung von Stammzellen unter harte Strafe stellen soll. Im kommenden Frühjahr wird der Senat darüber abstimmen. Nun gilt es für ACT, Hoffnungen auf wirksame Therapien zu schüren. Die bisherigen Misserfolge der Kloner dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Experimente irgendwann gelingen könnten. Darum hat der gegenwärtige Rummel um die vermeintlichen Klone auch sein Gutes. Er beschleunigt den notwendigen Diskurs.

In der Stammzelldebatte zeichnet sich ein internationaler Konsens ab: Angesichts der Hoffnung auf Rettung für bisher unheilbar Kranke ist es moralisch vertretbar, die Rechte totgeweihter Embryonen aus den Gefrierschränken der Fruchtbarkeitskliniken gegen die Interessen der Patienten abzuwägen. Die gezielte Schaffung von Embryonen mit dem einzigen Ziel, sie für Zelltherapien auszuschlachten, muss dagegen - möglichst weltweit - geächtet werden.

Eines darf jedoch nicht passieren. Das Vorpreschen weniger Wirtschaftshasardeure darf nicht die Arbeiten vieler besonnener Wissenschaftler diskreditieren und damit die Forschung jäh beenden, ehe sie richtig begonnen hat.