Eine Seifenoper für das kriegsgebeutelte Afghanistan? Die gibt es längst.

Zu hören ist die Serie new home, new life - eine Koproduktion mit der Uno - via Kurzwelle im afghanischen Radioprogramm der BBC. Seit 1994 werden jede Woche drei Episoden ausgestrahlt - jeweils in den Landessprachen Dari und Paschtu. Die aktuelle Folge: 1198.

Safia Haleem betont mehrmals, dass auch der (vom britischen Außenministerium finanzierte) BBC World Service unabhängig von Zensur ist. Gerne erwähnt Haleem auch die BBC-Interviews mit Mullah Omar, dem Talibanführer - die anderen Sendern nicht gelangen. Wir sind noch nie an ihn rangekommen, gesteht Günter Knabe. Der US-Sender Voice of America (VoA) erhielt die Freigabe für ein Omar-Interview nur unter der Bedingung, Ausschnitte zu senden, zusammen mit Sätzen von Präsident Bush, so Spozhmai Maiwandi, die die Paschtu-Redaktion leitet. Offen klagt sie über Formen der Zensur in der VoA.

Als die BBC im Oktober - basierend auf regelmäßigen Umfragen in afghanischen Dörfern - den Plot ihrer Soap den aktuellen Ereignissen anpasste, erwähnten die Befragten auch eine voice of Germany. Obwohl Erik Bettermann eine voice from Germany lieber wäre, hat er vorerst keinen besseren Beweis als die Hörspiel-Empirie der BBC: Deutsche Kurzwellen erreichen Afghanistan.