Dass Deutschland doch noch zur Weltmeisterschaft fährt, ist ein Verdienst des FC Carl Zeiss Jena. Verdienst trifft es vielleicht nicht ganz. Ablösefrei durfte unser Schnix Schneider, der Ukraine-Töter, 1998 zu Eintracht Frankfurt

dann ging er nach Leverkusen. Geboren, genährt und gestählt hat ihn Jena. Ich war mit Bernd Schneider in der Kindergartengruppe, schreibt Zeiss-Fan Peter Schütz. Er war damals schon der Stärkste und prügelte sich mit Jungs aus der ersten Klasse. Eine unglaubliche Leistung. Werde Deutscher Meister, Schnix, spiel eine schöne WM, und dann komm nach Hause. Wie hat uns gegen Plauen dein Überblick gefehlt.

Denn so lief das Spitzenspiel: Jenas Führung (Kopfball Schön) nach drei Minuten aberkannt. Plauen hält dagegen. Tempo, Härte, Gift. Nach 30 Minuten fliegt der erste Plauener vom Platz, nach einer Stunde der zweite. Der Rest haut sich mit jappender Lunge und krachendem Gebein in die Zeiss-Attacken.

Jena rennt, die Uhr desgleichen. Plauen kloppt die Bälle ins Nirwana, jeder Hieb ein Jubelsturm im Gäste-Fanblock. Dann ist's vorüber. Jena flieht in die Kabine, Plauen feiert das 0 : 0. Vor der Presse triumphiert der Gästetrainer: René Müller, 46facher Nationaltorwart der DDR, heute ein Vogtland-Gott. Ihr habt uns das Herz nicht rausgerissen, lacht Müller in betretene Zeiss-Gesichter. Was denkt ihr, was wir die ganze Woche trainieren?

Löffelschnitzen?

Nun drei Spitzenreiter: Jena, Plauen und Dynamo Dresden punktgleich vorn.

Dabei blieb's auch dieses Wochenende. Jena schlug Zittau 3 : 0. Jovic traf nach 19 Sekunden.