Keine Frage: Aufklärung tut Not. Auch wenn inzwischen fast 70 Prozent der Bundesbürger ein Handy besitzen, stellen sich einige noch immer die bange Frage: Machen Mobilfunkstrahlen womöglich krank? Dabei richtet sich die Skepsis weniger gegen die praktischen kleinen Telefone, sondern gegen die notwendige Infrastruktur, also Antennen und Funktürme. Und das vor allem dann, wenn sie das eigene Heim umzingeln.

Weil die Proteste gegen den Elektrosmog wachsen, haben die hiesigen Netzbetreiber eigens ein Informationszentrum gegründet (www.izmnet.de). Zu mehr Aufklärung will auch der Netzausrüster und Handyproduzent Ericsson mit einer Broschüre beitragen. Die Kernaussage: "Mobilfunk ist für die Gesundheit unbedenklich." Vorsichtiger agieren Wissenschaftler und Politiker, wenn es um Fragen der Gesundheitsgefährdung geht. So erkennt die Strahlenschutzkommission in Deutschland in einzelnen Studien durchaus "mögliche Hinweise auf Gesundheitsbeeinträchtigungen." Sie plädiert deshalb für weitere Forschungen. Auch in der Schweiz, wo Ericsson übrigens mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule kooperiert, läuft eine Debatte, wie die Strahlung zum Schutz der Bevölkerung richtig gemessen und berechnet werden sollte. Welche Auswirkungen die Funkwellen haben könnten, ist auf der Internet-Seite des Europäischen Parlaments nachzulesen (www.europarl.eu.int/stoa/publi/pdf/summaries/00-07-03sum_de.pdf). Der Physikprofessor Gerhard Hyland von der Universität Warwick kommt dort zu dem Resultat: "Der vom Menschen verursachte Elektrosmog ist eine wesentliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit."

Bei der Flut von Studien und wissenschaftlichen Berichten dürfte es Zufall sein, dass diese Angabe unter den empfohlenen Informationsquellen in der Ericsson-Broschüre fehlt. Mehr Aufklärung tut also wirklich Not.