Etappensieg für Frank Lehmann. Im Sommer war die slowakische Betreuerin seines 94-jährigen Schwiegervaters verhaftet und abgeschoben worden, weil sie keine Arbeitserlaubnis besaß (ZEIT Nr. 35/01). Der Fernsehjournalist mobilisierte daraufhin die Öffentlichkeit. Denn auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind keine Kräfte zu finden, die bei einem Pflegebedürftigen einziehen und im Notfall immer parat sind. Deshalb kümmern sich bundesweit Tausende von Osteuropäerinnen illegal um alte Menschen, die nicht mehr allein leben können.

Jetzt hatte Walter Riester (SPD) ein Einsehen. Der Arbeitsminister will Frauen aus den ehemaligen Ostblock- und künftigen EU-Staaten von Anfang 2002 an erlauben, hier in der häuslichen Pflege zu arbeiten. Das Arbeitsamt soll sie vermitteln. An welchem Tarif sich die Bezahlung orientiert, wird noch geklärt. Gegenwärtig bekommen die Pflegenden zwischen 1700 und 2000 Mark im Monat - schwarz. Nun hofft Lehmann, dass der politische Durchbruch "kein Pyrrhussieg war, weil man eine Helferin zwar beschäftigen darf, sie aber nicht mehr bezahlen kann". Gemeinsam mit sechs Mitstreitern wird er in der kommenden Woche eine offizielle Initiative gründen - als Lobby der alten Menschen und Anlaufstelle bei Problemen. Sie ist per E-Mail unter lehmannfrank@freenet.de oder unter der Telefonnummer 06181/656 97 zu erreichen.