Nächste Woche heißt es tapfer sein: Die internationale Schulstudie Pisa (Programme for International Student Assessment) wird veröffentlicht. Was wissen und was können 15-Jährige? Forscher testeten für die bislang größte Untersuchung dieser Art weltweit rund 265 000 Schüler aller Schularten aus 32 Ländern - von China bis Amerika, von Holland bis Australien.

In Deutschland wird der Vergleich einen Schock auslösen. Denn die Leistungen der deutschen Schüler sind allenfalls Mittelmaß: im Lesen und Schreiben, in Mathematik und den Naturwissenschaften. Das haben schon frühere Untersuchungen gezeigt, vorweg Timss (Third International Mathematics and Science Study). Und es gibt keinen Zweifel, dass Pisa dieses Urteil erhärten wird.

Kann der Schock die Schulen besser machen? Sicher, aber nur dann, wenn jeder mit dem Finger auf sich selbst zeigt statt auf andere. Denn versagt haben sowohl die Kuscheleckenpädagogik als auch die Paukschule

blamiert hat sich die linke wie die konservative Schulpolitik.

Studien wie Pisa bringen es an den Tag: Die ideologisch vermiefte Bildungsdebatte der vergangenen Jahrzehnte war Energieverschwendung. Ihre Lieblingsthemen erweisen sich als zweitrangig für den Schulerfolg.

Gesamtschule oder Gymnasium? Abitur nach 12 oder nach 13 Jahren?

Zentralabitur und fester Fächerkanon in der Oberstufe - oder lieber mehr Wahlfreiheit? Alles nicht so wichtig für die Leistung der Schüler, haben Bildungsforscher herausgefunden.