Im Süden Deutschlands sind Jugendstil und Art déco traditionsgemäß mehr gefragt als im Norden. Dem trägt das in Hamburg und in München (und auch in New York) vertretene Handels- und Auktionshaus Quittenbaum Rechnung. Am 3.

Dezember findet in stilvoll passenden Jugendstilräumen in Schwabing die 25.

Versteigerung mit Objekten und Möbeln, Silber, Glas und Leuchten aus den europäischen Zentren und USA statt.

Um die Jahrhundertwende prägten Liberty in Großbritannien, Tiffany in New York, van de Velde in Antwerpen, Josef Hoffmann in Wien, Emile Gallé in Nancy und Richard Riemerschmid in München in einem Zeitraum von nur knapp zwanzig Jahren ein alle Lebensbereiche umfassendes neues Stil- und Formgefühl, das heute bis in den Fernen Osten seine Liebhaber hat. Sie werden bei wenigen spezialisierten Händlern fündig, vor allem in Paris, wo enorm hohe Preise für Jugendstil und Art déco gezahlt werden, moderater taxiert im Dorotheum und dem Palais Kinsky in Wien. Und eben bei Quittenbaum.

Bei der Dezemberauktion wartet man an der Isar mit knapp 900 Losnummern auf, darunter eine beträchtliche Anzahl von Lampen sowohl aus amerikanischen als auch französischen Manufakturen. Aus den Tiffany-Studios in New York stammt beispielsweise ein Paar opalglasbehängter Nachttischlampen von 1906 (22 000 Mark) und eine von Louis Comfort Tiffany um 1920 signierte ungewöhnlich schlichte Tischlampe mit einer goldschimmernden Glasglocke in Form einer Halbkugel (9800 Mark).

Die 33 Zentimeter hohe Leuchte Loie Fuller aus dem Jahr 1901 von Raoul Larche ist die Darstellung der expressiven Tänzerin, ein vergoldeter Bronzeguss, die Lichtquelle ist in einem hochgeworfenen wirbelnden Schleier verborgen (29 300 Mark). Von Daum-Frères aus Nancy stammen drei blütendekorierte gläserne Tischlampen, die schönste davon 70 Zentimeter hoch in Orangegelb und Tiefrot, um 1913 und auf 43 000 Mark geschätzt.

Ein Paar Esszimmerstühle von Henry van de Velde aus Buchenholz mit eingepasstem Rohrgeflecht, um 1904, hat einen Schätzpreis von 11 700 Mark, ein ovaler, rundum eichenholzfurnierter Bibliothekstisch von Bruno Paul mit vier seitlich integrierten Ablagen, von 1905, liegt bei 15 600 Mark. Beim Durchblättern des Katalogs stößt man auch auf zwei rare und gesuchte Silberbestecke, die Peter Behrens 1901/2 für sein eigenes Haus in Darmstadt beziehungsweise das Kaufhaus Wertheim in Berlin entworfen hat (Termine unter www.quittenbaum.de).