Nun köchelt die Suppe nicht mehr so heiß wie am Anfang, und die Verlagsbranche hat auch nicht mehr das Gefühl, sie allein auslöffeln zu müssen (ZEIT Nr. 27/01). In wesentlichen Punkten ist Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin den Kritikern des novellierten Urhebervertragsrechts entgegengekommen. Jetzt sollen die Änderungen des Gesetzes im Punkte einer "angemessenen Vergütung" der urheberrechtlichen Leistung nicht mehr 20 Jahre lang rückwirkend gelten. Auch kann der Urheber Nachforderungen nicht mehr gegenüber sämtlichen Lizenznehmern geltend machen, sondern nur noch an seinen unmittelbaren Vertragspartner richten. Wenn der Dichter also unterbezahlt wurde, muss er sich mit seinem Verleger einigen, darf sich aber nicht auch noch an den Hörbuchverlag und die Filmproduktion wenden. Und was gilt beim Gelde nun als "angemessen"? Auch da ist Vernunft eingekehrt: Von einem umfassenden tarifvertragsähnlichen Regelwerk ist nicht mehr die Rede. Als angemessen wird angesehen, was im "üblichen Geschäftsverkehr" so gezahlt wird. Das dürfen ver.di und Börsenverein des deutschen Buchhandels als künftige Verantwortliche für kollektive Vergütungsregelungen dann noch einmal feierlich bestätigen. Es ändert sich also sehr wenig, leider auch für die unterbezahlten literarischen Übersetzer. Für sie ist das nun nicht der große, vielleicht sehnlich erwartete Durchbruch. Der Schatten eines gewissen generellen Verdachtes allerdings, die Buch-, Film- oder TV-Branchen pressten ihre Ideengeber aus wie die Zitronen, ist gewichen. Die Justizministerin hat in einem Interview mit dem Börsenblatt klargestellt, dass es bei der Bezahlung der Kreativen im Prinzip mit rechten Dingen zugeht. Nun packt der Gesetzgeber die Kanone der umfassenden Regelung, ohne deren Drohpotenzial die Gerechtigkeit anscheinend nicht zum Zuge kommen kann, wieder ein. Am 12.

Dezember wird der Gesetzentwurf im Rechtsausschuss des Parlamentes beraten

im Januar des kommenden Jahres folgen dann die zweite und dritte Lesung im Bundestag. Puh!