Anzeigenflaute allenthalben. Die meisten Zeitschriften- und Zeitungsverlage müssen in diesem Jahr mit Einbußen klarkommen. Und ausgerechnet die großen Leitmedien, sonst eher verwöhnt von Anzeigenkunden und Werbeagenturen, trifft es besonders - von stern und Spiegel bis Handelsblatt und Welt. Ganz verwunderlich scheint es da, dass das bunte Glanzblatt Gala (Auflage: gut 360 000 Exemplare) in dieser Woche eine ihrer erfolgreichsten Ausgaben präsentiert: von 130 Seiten sind 51 Seiten mit Anzeigen besetzt.

Michael de Vries, Geschäftsführender Redakteur und für Branchen-PR zuständig, kann diesen Erfolg durchaus erklären. Das Wochenblatt aus dem Hause Gruner + Jahr, das sich vorwiegend an Frauen richtet, konnte beim Anzeigengeschäft im Jahr 2000 weder vom Trubel am Neuen Markt noch vom Wettbewerb der Telekomkonzerne profitieren - der Einbruch in diesen Branchen blieb dem Hamburger Heft damit in diesem Jahr erspart. Stattdessen setzt die Gala mit ihren betuchten Leserinnen voll auf Firmen der Luxus- und Beauty-Klasse - von Cartier bis Chanel. Und die werben trotz des Terrorschocks nach dem 11. September unverdrossen um ihre Kundschaft.

Schließlich ist ja auch bald Weihnachten.