Nur für einen Augenblick scheint es, als sei die Zeit stehen geblieben. Noch immer blond, sportlich und unbeugsam, schreitet Robert Redford in Rod Luries Die letzte Festung durch den Gefängnishof, bereit, den Unterjochten eine Hoffnung zu sein. Vor 21 Jahren hatte er als Brubaker schon einmal einen Knast von innen her zu reformieren versucht. Sein Kampf als liberales Gewissen gegen systematische Willkür und Unmenschlichkeit hatte gleichzeitig eine Kritik an den Verhältnissen "da draußen" formuliert. Wenn Redford nun jedoch als in Ungnade gefallener Kriegsheld und Drei-Sterne-General Irwin das Militärgefängnis The Castle betritt, hat sich bis auf sein Aussehen so ziemlich alles verändert. Die Ikone des zivilen Ungehorsams ist zum strammen Standbild der militärischen Reaktion geworden. Unsere Ehre heißt Haltung: Durch patriotisches Pochen auf Hierarchie und Disziplin gibt Irwin seinen Mithäftlingen den Lebenssinn zurück. Salutieren macht frei und ist die wahre Kampfansage gegen den despotischen Gefängnisdirektor, dessen größter Fehler es natürlich ist, "nie einen Fuß auf's Schlachtfeld" gesetzt zu haben. Die Zeit, die seit dem liberalen Brubaker ins Land gegangen ist, hat ihre Zeichen nicht in Redfords Gesicht, sondern in seinen Worten und Taten hinterlassen.