Fröhlich führt Mr. Cheeky Chappie, ein radebrechender Japaner mit zerfurchtem Gesicht, durch die Show. Man ist geneigt anzunehmen, die Sendung stamme aus Nippon. Stimmt aber nicht - das Format ist britisch. Es geht jedoch auf einen japanischen Brauch zurück: das Wetten auf bedeutende Dinge. Die Wettleidenschaft scheint im König- und im Kaiserreich ähnlich stark und traditionsverhaftet zu sein. Was im Fernsehen rauskommt, wenn man beides kombiniert, ist Banzai.

Wie schwer ist wohl Naddels linke Brust? Wiegt sie so viel wie eine Melone, eine Avocado, eine Kokosnuss? Schnell setzen, tippen, wetten (telefonisch), los, los, los! Und jetzt die Lösung: Avocado. Hätten Sie's gewusst? Mit ernster Miene lässt Naddel es geschehen, dass ihr bedeutendes Ding (so die Banzaiwerbung) in eine Schlinge gelegt und abgewogen wird. Auch auf Ballons wird gewettet (wann platzt er?), auf Muttis mit Lollis (welche hat als Erste aufgelutscht?) und auf Penislängen (die ebenfalls gezeigt werden). Auch ein Witzbold, der Prominenten die Hände schüttelt und damit einfach nicht aufhört, wird zum Wetthelden: 120 Sekunden mit Verona Feldbusch. (Oder war es Gotthilf Fischer?) Erstaunlich. Mitunter ist die Wettnummernrevue auch fies.

Da werden etwa zwei alte Damen im Rollstuhl aufeinander losgelassen. Die Wettfrage lautet hier: Welche weicht als Erste aus?

Nebenbei wird einem klar, dass die längst zum Bildungsfernsehen gezählten Millionenratespiele nichts anderes als Wettshows sind. Doch wenn TV-Trash Charme hat und Geschmacklosigkeit Witz - dann bei Banzai.

Banzai

läuft freitags auf Sat.1 um 23 Uhr