Schon als kleiner Junge hatte ich den Traum, Schriftsteller zu werden. Auch heute ist das nicht anders. Ich habe einige Bücher veröffentlicht und werde von vielen Menschen auf der Welt gelesen. Trotzdem muss ich für diesen Traum ständig aufs Neue arbeiten. Es ist ein Prozess, der nie abgeschlossen ist, nicht jetzt und auch nicht mit den nächsten Büchern. Jedes neue Buch, das ich beginne, bringt die Herausforderungen einer neuen Geschichte und neuer Ideen mit sich. Würde ich heute mit dem Schreiben aufhören, so würden mich viele meiner Leser wahrscheinlich immer noch für einen Schriftsteller halten. Aber für mich selbst wäre ich dann keiner mehr. Ich bleibe ein Schriftsteller, solange es mein Traum ist, Schriftsteller zu sein, und solange ich daran arbeite, ihn zu verwirklichen.

Natürlich hat dieser Traum auch ein Ziel. Nicht etwa, mehr Geld zu verdienen oder meinen Stil zu verbessern. Der persönliche Stil ist etwas, was man sehr bald gefunden hat, wenn man erst einmal beginnt, Geschichten aufzuschreiben.

Es geht mir allein darum, tiefer und tiefer in den dunklen Ozean der menschlichen Seele einzutauchen, um mich selbst und die Menschen besser kennen zu lernen.

Mein Traum, das Schreiben, ist ein Lernprozess - für mich wohl der Wichtigste in meinem Leben, denn ich habe mich seit meiner Kindheit jedem Versuch der Erziehung durch andere Menschen widersetzt. Das Scheitern jeglicher Form von verordneter Erziehung hat mein Leben mehr geprägt als alles andere. Es gab in meiner Jugend kein Internet und nicht die Möglichkeit, sich die Welt still und für sich allein so anzuschauen, wie man es gern wollte, zu lernen und sich damit auseinander zu setzen, was einem lag. Die schulische Erziehung war klassisch, akademisch. Das bedeutete, dass ein Schüler die meisten Dinge lernte, um sie gleich anschließend wieder zu vergessen. Als Knabe war ich zum Beispiel sehr gut in Trigonometrie. Aber heute kann ich mich an keinen einzigen Satz dieser mathematischen Disziplin mehr erinnern. Sie hat offensichtlich einfach nicht zu meinem Leben gepasst. Ich habe nur die Dinge wirklich gelernt und auch im Gedächtnis behalten, auf die mich meine eigene Neugier zugeführt hat. Auch meine Suche nach spirituellen Wahrheiten war bestimmt von dieser Neugier, nicht von dem Glauben, den man mir als Kind aufzwingen wollte.

Unsere Träume sind die eigentlichen Bestimmungen unseres Lebens, und unser Universum selbst ist ein Traum Gottes. Dieser Tisch hier vor mir, die Kaffeetasse, der Stuhl, das Zimmer, all diese Dinge nehme ich wahr, weil sie Licht in verschiedener Intensität reflektieren, das in mein Auge und schließlich in mein Gehirn dringt. So entsteht unser persönliches Universum.

Ich neige dazu anzunehmen, dass es diese Dinge um mich herum wirklich gibt, und verlasse mich dabei auf meine fünf Sinne. Sie sind meine Beweismittel dafür, dass das, was mich etwa in diesem Raum umgibt, wirklich existiert.

Aber lebt nicht jeder Mensch in seinem eigenen Kosmos? Das Universum selbst verändert sich ständig. Ist es nun also die Realität, die da in diesem Augenblick vor mir liegt, oder träume ich das alles vielleicht nur, so wie Gott sich unser Universum erträumt?