Bislang spielte das Buch die Königsrolle, wenn Wissenschaftler ihre Promotion veröffentlichen wollten. Wer seine Doktorarbeit mit "summa cum laude" abgeschlossen hatte, konnte sich bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um einen Druckkostenzuschuss bewerben. 5000 bis 10.000 gab die DFG dazu - für viele Arbeiten eine wichtige Hilfe, weil der Druck teuer, die Auflage meistens klein ist. Die DFG aber plant jetzt, den Druckkostenzuschuss zu streichen und statt dessen eine projektgebundene Publikationsförderung einzuführen - entscheiden wird der DFG-Hauptausschuss über den Vorschlag am 5. Dezember.

Es heißt also nicht mehr Druckkostenzuschuss, sondern Publikationsförderung, weil nicht mehr nur gedruckt, sondern multimedial veröffentlicht werden soll. "Neben dem Buch wollen wir auch andere Medien fördern", sagt Rembert Unterstell von der DFG, "wir möchten, dass die elektronischen Publikationsformen einen größeren Stellenwert bekommen, zum Beispiel CD-ROMs oder Online-Veröffentlichungen."

Immer mehr Wissenschaftler publizieren elektronisch. Die Humboldt-Universität beispielsweise bietet die Publikation von Dissertationen im Internet an. Der Vorteil: diese Form der Veröffentlichung ist kostenlos, es müssen nur noch vier gebundene Exemplare ausgedruckt werden. Über 40 Arbeiten wurden auf diese Weise schon veröffentlicht, die meisten davon im medizinischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Auf einer Tagung zum Thema "Digitales Publizieren" haben im vergangenen Jahr die DFG und die Humboldt-Universität (HU) das interdisziplinäre Projekt "Dissertationen online" abgeschlossen.

Die DFG ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstituten in Deutschland. Von 980 Zuschussanfragen wurden im letzten Jahr 714 Anträge bewilligt, 470 davon waren Qualifikationsschriften, 207 Dissertationen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Auflage 1.000 Exemplare nicht überschreitet und "der Verlag wegen begrenzter Absatzmöglichkeiten die Finanzierung eines Werkes nicht alleine tragen kann", so die DFG. Die Höhe der Druckbeihilfen richte sich nach den Herstellungskosten und dem voraussichtlichen Erlös in den beiden ersten Jahren nach Erscheinen. 97 Prozent aller Druckkostenzuschüsse der DFG gingen bislang an geisteswissenschaftliche Arbeiten. Auch dieser einseitigen Tendenz will die DFG entgegenwirken. "Die DFG will alle wissenschaftliche Bereiche fördern, nicht nur die geisteswissenschaftlichen, sondern auch die Sozial- oder Ingenieurswissenschaften."

Links: Deutsche Forschungsgemeinschaft http://www.dfg.de

Förderungs- und Beihilfefond der "Verwertungsgesellschaft Wort": http://www.vgwort.de/dyna.php3?sp=e446bbc86c&search=Beihilfe&mp=.4.

"Audimax online" über Förderungen: http://www.audimax.de/framepage1/news/0A122680-1170-0001-2000-123412341234&Search=