Die Resolutionen 1368 und 1373 des UN-Sicherheitsrates ermächtigen nicht zu militärischem Eingreifen, außer für den Fall der Selbstverteidigung.

Selbstverteidigung ist die unmittelbare Abwehr eines rechtswidrigen Angriffs, das heißt, sie ist nur während der Dauer eines Angriffs möglich. Alle Maßnahmen, die nachfolgend ergriffen werden, fallen unter den Begriff der Vergeltung. Dies scheint das fundamentale Missverständnis der Kriegsbefürworter zu sein: Vergeltung ist nicht gleich Selbstverteidigung.

Somit sind die USA und ihre als Verbündete bezeichneten Vasallen zu kriegerischen Handlungen in Afghanistan nicht legitimiert.

Martin Weisgerber Stolberg

Endlich mal jemand, der den intellektuellen Stillstand und die bestürzende Einfallslosigkeit einer ehemaligen politischen Avantgarde beim Namen nennt.

Der die Argumente der wenigen Kritiker, die Kritik nur noch um ihrer selbst willen üben, zerpflückt. Der zu Recht auf die eigenartige Geschichtslosigkeit einer Generation und politischen Strömung hinweist, deren Ausgangspunkt und größter Verdienst die schonungslose Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit war. Wenn man für die skrupellose Mordlust islamistischer Terrorbanden allerlei wohlfeile Erklärungen aufbietet, die so alt sind wie ihre Erfinder - wieso beschränkt man sich bei der Motivforschung für das Vorgehen der USA darauf, Boshaftigkeit, Ignoranz und archaische Cowboy-Attitüden zu unterstellen? Man weiß es nicht.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob der Afghanistan-Feldzug der politisch und moralisch richtige Weg ist. Wer weiß das schon. Aber warum wissen die Friedensbewegten immer so genau, was richtig und was falsch ist - so als hätten sie sich nie geirrt.