Deutschland im Teufelskreis: Die hoch technisierte Volkswirtschaft braucht besonders viel Wachstum, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Leider wächst sie langsamer als alle anderen Ökonomien in der EU. Zu einem nachhaltigen Aufschwung, der nicht vollständig von Exporterfolgen abhängt, kann es nur kommen, wenn zu Hause genug Nachfrage entsteht, die nicht durch Staatsschulden finanziert wird. Dafür jedoch brauchen mehr Menschen einen Job.

Wie kommt man aus diesem Teufelskreis wieder heraus?

Keine Reformidee, die nicht schon gewälzt wurde - bis hin zum verzweifelten Ausruf der Financial Times aus London: "Do something, Germany!" Egal wie, aber beweg dich, Deutschland! Und ist es nicht wirklich gleichgültig, wo die Veränderer ansetzen, damit die Wirtschaft dynamischer wird?

Gute Ideen machen einsam

Wenn sie aus politischer Opportunität den Arbeitsmarkt nicht entregeln dürfen, sollen sie eben erst einmal den Berg überflüssiger Vorschriften für Jung- und Altunternehmer abtragen. Oder den Beamtenstaat verkleinern. Oder den Hochschulen mehr Wettbewerb zumuten und die Qualitätskontrolle und die Qualitätsanreize in den Schulen verstärken. Oder ... ach, man wird ja selbst der berechtigsten Forderungen müde.

Auch wenn die eine oder andere von ihnen unter größten Mühen umgesetzt wird: Deutschland kommt wirtschaftlich nicht vom Fleck, solange es wie gebannt nach Sicherheit strebt. Dieses grundsätzlich wichtige Ziel wurde in der Dauerkrise verzerrt. Den eigenen Stand sichern!, heißt es heute.

Je weniger Jobs es gibt, desto vehementer werden sie verteidigt. Der Kündigungsschutz für langjährig Beschäftigte ist so stark, dass Unternehmen nur wenige reguläre Jobs anbieten oder aber bei Bedarf vornehmlich ganz junge und alte Mitarbeiter entlassen. Die Jungen kann man noch billig loswerden, und das Abschieben der Alten wird subventioniert.