1. EREIGNIS:Das Ziel ist fern
Vergangenen Freitag ging der Site www.opodo.com online - mit keinem geringeren Anspruch als dem, Marktführer unter den europäischen Online-Reiseportalen zu werden
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1. EREIGNIS - Das Ziel ist fern

Vergangenen Freitag ging der Site www.opodo.com online - mit keinem geringeren Anspruch, als dem, Marktführer unter den europäischen Online-Reiseportalen zu werden

Von Wenke Husmann

Wie heißt der bekannteste Buchladen im Internet? Amazon. Wie heißt das bekannteste Reiseportal? ... Na? Eben. Diese Lücke will Opodo besetzen. Der Name sagt Ihnen nichts? Er bedeutet auch nichts. Doch dahinter stecken neun große europäische Fluggesellschaften, unter ihnen Lufthansa, Air France und British Airways, die jeweils knapp ein Viertel der Anteile an der jungen Dot.com-Firma halten. Was hat die Konkurrenten bewogen, sich in ein gemeinsames Unternehmen zu stürzen - und das in Zeiten, die schlechter nicht sein könnten für Geschäfte im Luftverkehr und für Geschäfte im E-Commerce?

Giovanni Bisignani, Vorstandschef von Opodo, versucht, der Skepsis mit Fakten und viel Optimismus zu begegnen. "Auch wenn die Buchungen von Flügen über den traditionellen Weg zurückgegangen sind, Buchungen von Flugreisen via Internet haben den Stand von vor dem 11. September bereits übertroffen", sagt er. "Das Marktforschungsinstitut Forrester Research schätzt, dass der europäische Online-Reisemarkt von heute 4,5 Milliarden Euro auf knapp 40 Milliarden bis 2006 steigen wird. Allein in Deutschland soll der Umsatz an im Netz gebuchten Reisen im gleichen Zeitraum von einer Milliarde auf gut 10 Milliarden Euro wachsen." Überhaupt die Deutschen. Sie sind diejenigen, die am häufigsten auf Reise-Sites surfen und buchen. Hier sei also der Markt, um mit einem paneuropäischen Reiseportal zu starten, verkündet Bisignani. Großbritannien und Frankreich, die nächstwichtigen Märkte, sollen in wenigen Monaten folgen.

Den größten Trumpf jedoch sieht Bisignani im Angebot selbst: 80 Prozent aller in Deutschland buchbaren Flugkapazitäten sollen über Opodo verfügbar sein. Bei einer Anfrage vergleicht die Suchmaschine Tarife von 480 Airlines. Dazu kommen Angebote von 54.000 Hotels und 23.000 Mietwagenstationen weltweit sowie Informationen zum Reiseziel vom Kooperationspartner Baedeker-Reiseführer. Wer da vor lauter Angeboten die Orientierung verliert, dem hilft ein Call-Center - Tag und Nacht. All das werde unter "höchsten Sicherheitsstandards" und in einem "ansprechenden Design" präsentiert - zumindest Letzteres lässt sich schon beim Start vergangenen Freitag bestätigen.