Gerner: Was müssen unsere Hörer wissen über Sie, was sind Sie für ein Mensch?

Busek: Schwer zu sagen. Sicher Österreicher, Wiener, sehr lange politisch tätig, sehr interessiert, eine endgültige Form Europas zu gewinnen, die entsprechende Stabilität für den Kontinent garantiert und das natürlich unter den Vorzeichen der Demokratie; und an einer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, die es lohnenswert macht, in allen Teilen Europas zu leben.

Gerner: In den Kommentaren zu Ihrer Person gestern in den Zeitungen war zu lesen, dass Sarkasmus Ihnen nicht fremd ist. Da tauchte ein Zitat auf, "Korruption gehöre quasi zur Kultur Südeuropas" haben sie unlängst gesagt, macht man sich damit in diesem Amt Freunde auf dem Balkan?

Busek: Das ist wie so oft ein falsches Zitat. Ich habe einmal darauf hingewiesen, dass Korruptionszustände in Transformationsstadien, wo wir im Moment auch zweifellos sind, eine besondere Rolle spielen. Das war beispielsweise in der Nachkriegszeit bei uns genau so, dass eben die Dinge so und so gehen, das heißt aber nicht, dass noch viel Korruption eintritt, um Gottes willen.

Gerner: Was wollen Sie bewegen in dem Amt, dass sie jetzt antreten? Wo wollen Sie die Politik von Bodo Hombach fortsetzen, wo wollen Sie eigene Impulse setzen?

Busek: Das ist ganz selbstverständlich so, dass auf dem aufzubauen ist, was Herr Hombach bisher erreicht hat und die Linie des Stabilitätspakts so weiterzuführen. Der Stabilitätspakt gibt eine gewisse europäische Perspektive für diese Länder. Das ist auch gut, und wir engagieren andere wieder ihnen dabei zu helfen. Was wir fortsetzen wollen ist dass man unbedingt die Dinge ans laufen kriegen muss. Das heißt sie müssen funktionieren, damit die Menschen in dieser Region das Gefühl haben, es passiert auch etwas.

Gerner: Und sie müssen auch erst mal anlaufen. Bodo Hombach hat bei seinem Ausscheiden kritisiert, dass ein Großteil der Projekte nicht angelaufen sei, dass die Bürokratie in Brüssel verzögere. Was können Sie dagegen tun und warum hakt es dort?