Im Automaten-Verein sieht das folgendermaßen aus: Die Daten eines jeden Gastes, der zu diesem Zweck extra in den Verein eintritt, werden auf einer Chipkarte gespeichert. Ob neben Name, Alter und Beruf auch noch spezielle Vorlieben und Abneigungen registriert werden, ist derzeit noch Geheimnis der Betreiber, die in wenigen Wochen eröffnen wollen. Fest steht jedoch schon, dass es so etwas wie eine Buddy-Liste gibt. Wenn also zum Beispiel meine Karte durchs Lesegerät gezogen wird, erfahren automatisch ein paar der Feierfavoriten, die ich vorher angegeben habe, per SMS von meiner Anwesenheit im Club. Wer sich nach so einer Behandlung noch nicht wichtig fühlt, ist zu bemitleiden.

Die Idee kommt übrigens aus New York, da ist man in der Politik wie im Nachtleben noch weniger zimperlich mit den Bürgerrechten als bei uns. Im szenigen East Village haben drei Barmänner die Remote Lounge eröffnet, wo sich wirklich alle nach Herzenslust gegenseitig bespitzeln können. 60 Webcams sind hier installiert und dürfen an Cocktail-Konsolen von den Gäste bedient werden. Per Joystick kann der Interessierte auf Dekolletés und Hinterteile fokussieren und bei Gefallen mit dem Observierten Kontakt aufnehmen: über Computerbotschaften oder per Telefon. Die Betreiber behalten sich vor, die Bilder zu speichern, um detaillierte Profile über Trink, Abschlepp- und Tanzgewohnheiten ihrer Stammkundschaft zu erstellen.

Das wiederum ist auch für Verdächtige aller Art eine schöne Sache. Als neue Form der Alibibeschaffung. Wer clubbt, sündigt nicht. Und Innenminister Schily hat seine helle Freude: Während alle Welt auf seinem Otto-Katalog herumhackt, hat ihn die Realität längst überholt.