die zeit: UBS Asset Management verwaltet mehr als 190 Milliarden US-Dollar für institutionelle Kunden - also Unternehmen, Pensionsfonds oder Stiftungen. Ist es üblich, eine bestimmte Mindestrendite zu vereinbaren, so wie zwischen Merrill Lynch und Unilever?

Dominicus von Mentzingen: Im Fall Merrill Lynch handelt es sich nicht um eine Renditegarantie, sondern um eine Zusage, dass die relative Wertentwicklung über einen bestimmten Zeitraum nicht deutlich schlechter sein wird als die eines zuvor definierten Vergleichsindex. Unsere Branche diskutiert momentan, unter welchen Voraussetzungen man solche Abmachungen treffen soll.

zeit: Und welche sollten das Ihrer Meinung nach sein?

von Mentzingen: In Deutschland können wir als Kapitalanlagegesellschaft gar keine Garantien geben. Das wäre eine bestimmte Art von Kreditgeschäft, die uns gesetzlich untersagt ist. Was wir und andere natürlich machen, ist, mit dem Kunden ein Streuungsmaß zu vereinbaren - also einen Bereich, in dem das Fondsmanagement von der Zielvorgabe abweichen kann.

zeit: Privatanleger können selbst davon doch nur träumen.

von Mentzingen: Im Gegenteil. Durch die Entwicklung des Fondsratings und der Vergleiche in der Wirtschaftspresse haben auch Kleinanleger eine Transparenz wie noch nie. Sie sehen genau, wie sich ihr Fonds gegenüber dem Maßstab und gegenüber Konkurrenzprodukten entwickelt hat.

zeit: Wie wird sich nach dem Streit zwischen Unilever und Merrill Lynch das Verhältnis zwischen Vermögensverwaltern und Großkunden verändern?