Die Zeit: Ihr Verband warnt davor, Höhlenexpeditionen bei kommerziellen Anbietern zu buchen. Warum?

Bärbel Vogel: Da es in Deutschland keine staatlich geprüften Höhlenführer gibt, ist die Grauzone groß. Der Laie kann nur schwer einschätzen, welche Qualität der Veranstalter bietet.

Zeit: Was heißt das konkret für Höhlenführungen?

Vogel: Die Fragen müssen immer lauten: Von wem ist der Führer ausgebildet?

Wie viele gibt es pro Gruppe? Wo geht man eigentlich hin? Viele Abenteuerveranstalter nennen nämlich nicht den wahren Namen der Höhle, sondern nur einen Fantasienamen.

Zeit: Worin liegen die Risiken beim organisierten Höhlentourismus?

Vogel: Die Unfallgefahr wird leicht unterschätzt. Wenn sich jemand in der Höhle zum Beispiel ein Bein bricht, ist das ein Problem. Die anderen müssen den Verunglückten durch enge Gänge schieben, durch die er vorher gekrochen ist. Denn der Rettungshubschrauber kann nicht in die Höhle hineinfliegen.