Aus dem Namen BretON ANdré lockte er sprachspielerisch Onan hervor, den alttestamentarischen "Erfinder" der Selbstbefriedigung. Und aus alten Fundstücken formte er Tierfiguren, kapriziöse Komplizen im trostlosen Alltag des realen Sozialismus: Der südböhmische Künstler, Karikaturist und konkrete Lyriker Vladimør Holub (1912 bis 1995) war ein virtuoser Verwerter vorgefundenen Materials. Dass er sich dabei selbst weniger ernst nahm als die großen Anderen, dass sein Kosmos sich nicht so "onanistisch" um sich selbst drehte, wurde ihm im Nachhinein eher zum Nachteil. Jedenfalls, was seinen Nachruhm angeht. Das Duisburger Wilhelm Lehmbruck Museum versucht dies mit einer kleinen Retrospektive (bis zum 10. Februar 2002) und einem schönen Katalog wieder gutzumachen. Holub ist ein Großer im Sinne des Eklektischen.

Surrealismus, Dadaismus und Fluxus, Duchamp, Ernst, Klee und nicht zuletzt Picasso standen ihm Pate für seine Collagen und Assemblagen. Wie durch einen Zoo wandelte er durch fremde Ideenreiche. "Was ist ein Zoo?", fragte er in einem seiner Texte. "Ein Ort, an dem den Tieren Menschen vorgeführt werden."

Ähnlich geht es in Holubs (Tier-)Reich zu: Hier werden den Skulpturen die Betrachter vorgeführt.