Der Streit um die geplante Fusion der Computerriesen Hewlett-Packard (HP) und Compaq gerät in den Medien zur Persönlichkeitsshow. Auf der einen Seite die ehrgeizige HP-Chefmanagerin Carly Fiorina, die sich ihren Widersacher Compaq einverleiben und zur ebenbürtigen Konkurrentin für IBM aufsteigen will. Auf der anderen Seite die konservativen Gründerfamilien Hewlett und Packard, die erbittert gegen die Fusion kämpfen - und gegen die Entlassungen von 15 000 Mitarbeitern, die dabei zu erwarten sind. Eiskalter Shareholder-Value gegen Traditionen.

Eine ebenso wichtige Rolle spielen im Übernahmedrama zurzeit Überlegungen seitens der David and Lucile Packard Foundation (HP-Aktienanteil: zehn Prozent), die sich auf die Seite der HP-Gründerfamilien schlug. Die Stiftungsvorsitzende Susan Packard Orr glaubt: "Unseren Interessen wäre ohne die Fusion besser gedient." Also nicht maximaler Gewinn, wie ihn die Fusion im Erfolgsfall verspricht - sondern stabile Gewinne, damit die Stiftung ihren wohltätigen Zwecken dienen kann. Das garantiert das solide Kerngeschäft mit Druckern, Scannern und Computerteilen viel besser. Die Fusionsidee gilt vielen Experten als riskant: Eine verpatzte Integration könnte beide Unternehmen in den Untergang treiben. Merke: Shareholder-Value kann für unterschiedliche Anleger etwas völlig Verschiedenes sein.