Liebe und Sex im Büro sollen gar nicht so selten sein. Jede vierte Beziehung beginnt angeblich am Arbeitsplatz. Und mit dem Prickeln beginnen auch die Probleme: Wie es den Kollegen sagen? Es überhaupt sagen? Was, wenn die Affäre zu Ende ist, aber der Exlover immer noch am Schreibtisch gegenüber hockt?

Oder der Chef auch zu Hause den Chef raushängen lässt? Wer sich auf die Büroliebe einlässt, braucht einen Beziehungsratgeber der besonderen Art. So eine Liebe ist schließlich keine Privatangelegenheit. Denn es geht um die große Frage: Steigert die Liebe tatsächlich den Profit des Unternehmens, oder lähmt sie den Betrieb? Die Antwort ist so kompliziert wie die Liebe: In Rendezvous am Arbeitsplatz von Meike Müller erfahren wir, dass C&A betriebsinterne Beziehungen für arbeitsfördernd hält, dass sich Paare bei der Dresdner Bank gern prophylaktisch in verschiedene Abteilungen versetzen lassen und dass Angestellte der Ford-Werke sich schriftlich verpflichten, es der Personalabteilung mitzuteilen, falls sie sich in ihre Vorgesetzten verlieben. Die Tipps, die Müller für alle Stationen der Büroliebe bereithält, lesen sich locker und machen auch Singles oder Verheirateten Spaß - schließlich birgt eine Liebe am Arbeitsplatz ein besonderes Klatschpotenzial, und der Klatschfaktor kommt dank der vielen Beispiele nicht zu kurz. Wir leiden mit der Praktikantin Karin, die sich in ihren Chef verguckt, wir freuen uns mit Heidelinde, die den Ehemann für den schönen Kollegen verließ, und wir zittern mit Andrea und Juliane, die ihre Liebe zunächst vor den Kollegen verbergen. Dass der Band etwas schlampig lektoriert ist, sei nur am Rande erwähnt. Wir wollen nicht kleinlich sein. Was zählt, ist die Liebe.

* Meike Müller: Rendezvous am Arbeitsplatz

Liebe und Sex im Büro. Wie Sie souverän damit umgehen

Mosaik Verlag, Niedernhausen 2001

144 S., 24,90 DM