Ein Brief von Thomas Rummler, Referatsleiter in Jürgen Trittins Umweltministerium, verschaffte den Freunden des Grünen Punktes Erleichterung.

Nach Auffassung des Beamten müssen sie nicht länger fürchten, bei ihren Geschäften von Konkurrenten gestört zu werden. Zwar sei Wettbewerb um den Verpackungsmüll durchaus erwünscht, schreibt Rummler, aber nicht so, wie das Pegnitzer Unternehmen BellandVision sich das vorgestellt hatte. BellandVision wollte mit seiner Kundschaft - darunter die Drogeriemärkte dm, Schlecker, Rossmann und Müller - eine Selbstentsorgergemeinschaft gründen. Zu wenig in die Drogeriegeschäfte zurückgebrachter Verpackungsmüll sollte dabei mit "Übermengen" verrechnet werden, die bei Kantinen, Krankenhäusern oder der Kinokette Cinemaxx eingesammelt werden (siehe ZEIT Nr. 47/01). Rummlers Veto veranlasste dm bereits zur Aufgabe des Vorhabens, aus dem Dualen System auszusteigen die anderen drei stünden aber noch "fest" zu ihrem geplanten Abschied vom Grünen Punkt, heißt es beim jüngst gegründeten Bundesverband der Selbstentsorger von Verkaufsverpackungen (BSVV). Kampflos wollen die Rebellen gegen das Duale System das Feld nicht räumen. Schließlich dränge sich der Eindruck auf, so eine BSVV-Stellungnahme, dass "interessierte Kreise in tätiger Mithilfe durch willfährige Ministerialbeamte unliebsame Tätigkeiten" unterbinden wollten. Dass sich die Paragrafen der Verpackungsverordnung auch anders auslegen lassen, als es Trittins Mann tat, soll ein eigenes Rechtsgutachten beweisen. "Schadenersatzansprüche", sagt BVSS-Vorstand Peter Stegmann, "behalten wir uns vor."