Es gibt nur wenige international renommierte Kunsthandlungen, die 175 Jahre erfolgreich auf dem Markt präsent sind. C. G. Boerner, spezialisiert auf grafische Meisterblätter und Handzeichnungen vom 16. bis frühen 20.

Jahrhundert, gehört dazu. Und so ist es nur verdient, dass sich das einst in Leipzig gegründete, heute in Düsseldorf, London, New York und seit kurzem in Paris etablierte Haus am 15. Dezember ein bisschen feiert.

Nach einem Festakt im NRW-Forum Kultur und Wissenschaft bietet das Haus in der Düsseldorfer Kasernenstraße eine Jubiläumsschau mit Spitzenblättern von Rembrandt auf, die bis Weihnachten zu sehen ist. Die Wahl für den großen Niederländer ist kein Zufall, die Geschichte des Hauses ist immer wieder mit Rembrandts Werk verbunden gewesen.

Kaum hatte der Gründer Carl Gustav Boerner seine Versuche, ein Maler zu werden, aufgegeben und 1826 sein Haus in Leipzig gegründet, kaufte Johann Wolfgang von Goethe dort eine seiner Faust-Radierungen zum Preis von einem Reichstaler und zehn Groschen - Forschungsgegenstand für sein Hauptwerk.

Dem Rat des Kunsthändlers blieb der Dichter zeitlebens treu. Immerhin für ein Viertel seines luxuriösen Jahresgehalts von 3100 Talern als Staatsminister kaufte er bei Boerner, was aus Briefen, Rechnungen und anderen Dokumenten hervorgeht, darunter Blätter von Sebastiano Ricci, Giovanni Battista Tiepolo, Jacopo Tintoretto und Jan van Goyen.

Zu Goethes 250. Geburtstag stellte Boerner seine rund 230 gesicherten Erwerbungen zu einer mit einem vorbildlichen Katalog begleiteten Ausstellung zusammen, die unter anderem in der Casa di Goethe in Rom und dem Dahesh Museum in New York gezeigt wurde.

Drei Generationen blieb Boerner im Familienbesitz. Die bittere Entscheidung, den Stammsitz Leipzig 1950 zu verlassen und an den Rhein zu übersiedeln, fällte gezwungenermaßen der Kompagnon des 1947 gestorbenen Hans Boerner, Eduard Trautscholdt. Das Haus wurde während des Krieges ausgebombt, die politischen Verhältnisse der DDR sorgten für Verunglimpfung und systematische Vertreibung freien Unternehmertums. Es gab weder einen Markt noch Ware.