Es ist kalt, regnerisch, und früh wird's dunkel: Fernsehwetter. Da wirkt das Grauen der Weihnachtswerbung doppelt. Aber es gibt einen Ausweg: Eine "neue Dimension des Fernsehens" verheißt Premiere, samt "Meilenstein in der Sportberichterstattung". Also habe ich mir zeigen lassen, was das heißt.

Zunächst einmal rund 70 Mark für den Austausch der alten d-Box gegen die neue "d-Box mit Fernbedienung, die farbige Tasten (Funktionstasten) hat". Sic. Hat man sich dann mit Fingerspitzengefühl - "Drücken Sie gleichzeitig die Stand-by-Taste und die ,Pfeil nach oben'-Taste" - die neue Software Betanova 2 geladen, kommt die Ernüchterung. Der "Meilenstein der Sportberichterstattung" verkleinert nämlich ein Fußballspiel auf Briefmarkengröße, damit man auf allerlei Texttafeln das lesen kann, was man gerade nicht sieht. Und ein kleines Fenster zeigt in einer Endlosschleife Szenen des Spiels, das selbst nur noch als Fleck flimmert.

Zum Trost bietet die Box einen Programmierfehler von der Sorte "neue Software, neue Möglichkeiten": Früher oder später kapituliert die Box vor der Datenfülle, die sie verarbeiten soll, und friert die Begleitinformation ein.

Dann zeigt sie zwar das aktuelle Programm, aber die Begleitdaten früherer Sendungen. Daher verheddert sich die Box auch in der Freiwilligen Selbstkontrolle FSK, die sie auf Wunsch besorgter Eltern in der Programmauswahl ausüben soll. Stur verharrt sie bei der zuletzt gültigen FSK-Einstufung. Lautet die etwa "Frei ab 12", dann lässt sich frei im reichhaltigen Action- und Sex-Angebot stöbern, ohne Kindersicherung. Ob das gemeint ist, wenn das Premiere-Model jetzt auf den Plakaten verspricht: "Ich schenke eine märchenhafte Kindheit"?