Was so ein richtiges RTL-Dramolett ist, das kombiniert den Chic der Reichen mit der Menschheit ganzem Jammer, spielt die Generationen gegeneinander aus und packt obendrauf noch eine Doppelmoral: Ja, Erfolg ist eine tolle Sache, man soll ihn unbedingt anstreben, aber die menschlichen Kosten - sind sie nicht doch zu hoch ...? Nach diesem fadenscheinigen Muster war auch Ich kämpfe um dich ... (Regie: Donald Kraemer) gestrickt: eine ehrgeizige Mikrobiologin macht Karriere und vernachlässigt ihr Kind - bis die 15-Jährige einen Gehirntumor kriegt. Jetzt wirft die Mutter das Ruder herum und tut alles für die Tochter. Praktischerweise braucht sie mit dem Forschen nicht aufzuhören, sondern muss nur die Richtung ändern: Kampf dem Krebs. Rechtzeitig tritt ein weiser Chinese mit exotischen Kräutern auf den Plan, und am Ende ist Hoffnung. Nur nicht in puncto Menschlichkeit. Namhafte Mikrobiologen sind, das lehrt der Film, öfter mal skrupellose Geschäftemacher

sogar ihre Vaterwürde vermarkten sie noch und nutzen sie zur Promotion ihrer Produkte.

Was ist schon eine Tochter, wenn der Börsengang bevorsteht? Was an akuten Konflikten zwischen Wissenschaft, Ethik, Todesangst und Elternliebe aufzutreiben war, wurde hier auf visuelle Etiketten gezogen und, von Sperrholz-Dialogen begleitet (Danke!, Bitte!!, Entschuldigung!), zu einem pseudotragischen Bilderbogen zusammengeklebt. Einzig Anna Brüggemann, die Darstellerin des kranken Mädchens, kam klar und frisch rüber - die reinste Heckenrose.

Ich kämpfe um dich, solange du lebst RTL, 12.12., 20.15 Uhr