Seltsames Hospital. Ein Doktor tritt hinzu. In der Folge gibt es Dialoge über Kranke und Gesunde - und die Welt an sich und wie unsicher doch dieses und jenes sei. Schon kommt die nächste Schwester, erklärt, jene beiden da seien unecht, weil (was sonst) aus dem "Arno-Klein-Flügel" ausgebüxt. Wenn keine Irren und andere Mediziner auftreten, müssen die beiden Patienten allein reden

sie tun das in Kabaretthalbsätzen voll ulkiger Nichtigkeit, bis der nächste Doktor vorbeischaut, die nächste falsche oder richtige Schwester.

Dann ist Pause.

Danach ist aus dem gleichen Raum - dem Text zufolge - ein Motelzimmer geworden, bevölkert (Tür auf, einer raus, einer rein: Tag, Herr Doktor!) von denselben Figuren, die eben falsche Ärzte, vielleicht auch falsche Patienten mimten. Jetzt sind sie Motelgäste oder Personal und suchen dringend die "Arno-Klein-Theatertruppe" mit ihrer aufregenden Vorstellung. In London soll sie sein - oder in Amsterdam? Sechs Personen suchen jedenfalls ein Theater, finden aber nur einen Mann in Zwangsjacke, der Fernsehapparat spielt und per Fernbedienung die Sätze tauscht. Es ist furchtbar.

Spiegelfechterei ohne Spiegel

Da hockt man also zweieinhalb Stunden in einem gut beheizten Theaterraum und erfährt, wie peinigend es sein kann, wenn ein Autor mürb-spaßige Dialoge mit Bedeutungsblei beschwert, wenn Irrenwitze als Metaphysik gehandelt werden.

"Die sagenhafte Theatertruppe, die durch das Stück geistert, ... zu erkennen heißt, die Trennung von Realität und ästhetischem Spiel aufzuheben, heißt, die passive Position des Zuschauers aufzugeben und die alltäglichen Details und Vorgänge bewusst und benennbar aufzunehmen", schreibt Dramaturg Ruckhäberle.