Sie liebten sich und wünschten sich, verheiratet zu sein, aber der Vater des jungen Mädchens zögerte, seine Zustimmung zu geben. Nachdem der Freund mit dem Vater ein Gespräch gehabt hatte, schrieb er seiner Liebsten: Die Unterhaltung mit Ihrem Vater war füchterlich. Diese Kälte, dieser böse Willen, diese Verworrenheit, diese Widersprüche, er hat eine neue Art zu vernichten, er stößt einem das Messer mit dem Griff ins Herz. ... Ich weiß nicht, was ich anfangen soll. Mein Verstand geht hier zunichte und mit dem Gefühl ist ja vollends nichts anzufangen bei Ihrem Vater ... Vor allem waffnen Sie sich, und lassen Sie sich nicht verkaufen. Ich traue Ihnen, ach von ganzem Herzen, und das hält mich aufrecht - aber Sie werden sehr stark sein müssen, mehr als Sie ahnen. Hat Ihr Vater doch selbst die fürchterlichen Worte zu mir gesagt: ihn erschüttere nichts - Fürchten Sie alles von ihm

er wird Sie zwingen durch Gewalt, kann er es nicht, durch List. Fürchten Sie alles! Ich bin heute so tot, so erniedrigt, daß ich kaum einen schönen guten Gedanken fassen kann

selbst Ihr Bild ist mir zerflossen, daß ich mir kaum Ihr Auge denken kann. Kleinmütig, daß ich Sie aufgäbe, bin ich nicht worden

aber so erbittert, so gekränkt in meinen heiligsten Gefühlen, so über einen Leisten geschlagen mit dem gewöhnlichsten. Hätte ich nur ein Wort von Ihnen.

Sie müssen mir sagen, was ich tun soll. Es wird sonst alles Spott und Hohn in mir und ich gehe auf und davon. Sie nicht einmal sehen zu dürfen! Wir können es, sagte er, aber an einem dritten Ort ... Auch schreiben dürften wir uns, wenn Sie reisen! Das war alles, was er bewilligte ...

Am Nachmittag schrieb er: Verloren ist nichts, glaube ich

aber gewonnen haben wir auch wenig genug. Meine Briefe ärgern mich jetzt, in acht bis zehn Wochen wäre es besser gewesen. Es liegt jetzt viel daran, daß wir ruhig und vorsichtig fortschreiten, das sehe ich. Am Ende muß er sich doch einmal in den Gedanken fügen, Sie zu verlieren. Sein Trotz scheitert an unserer Liebe ...