1. ERKENNTNIS:Die Suche nach dem großen Knaller
Dieses Jahr wird Silvester ganz anders. Ein Erfahrungsbericht
2. FRISCH VOM MARKT - Silvester-Angebote der Veranstalter
3. ONLINE UNTERWEGS - Link-Besprechung zum Thema
4. DIE ZEIT-PROJEKTREISEN - Informationen und Programm

1. ERKENNTNIS - Die Suche nach dem großen Knaller

Dieses Jahr wird Silvester ganz anders. Ein Erfahrungsbericht
Von Melanie Ruprecht

Meist passiert es Anfang November. Ein erstes Aufflackern, eine leichte Beunruhigung, und plötzlich ist er da: der Gedanke an Silvester. Und mit ihm die große Frage: Was mache ich dieses Jahr? Holzhütte in den Alpen, gemütliches Häuschen mit Kamin und Sauna in Dänemark? Paris? Die Alternativen sind schier unendlich und allesamt verlockend.

Etwa ein Jahr ist es her, seit ich mir geschworen habe: Das nächste Silvester wird anders. Keine Feuerzangenbowle mit Maren, Klaus und Trivial Pursuit; keine Party in der eigenen Wohnung, die noch eine Woche nach dem Jahreswechsel mit Schlafsäcken und Iso-Matten ausgelegt ist ("Hamburg ist ja so schön. Und wenn wir schon mal hier sind..."); kein Silvester-Menü in dem letzten Restaurant, das noch einen Tisch für vier Personen frei hat (350 Mark pro Person und Linsen als Hauptgang, weil das in Italien so Brauch sei). Nein, solche Silvester-Pleiten will ich nie wieder erleben. Muss ich auch nicht, denn ich habe vorgesorgt. Im post-Silvester-2000-Frust habe ich beschlossen, was dieses Jahr endlich klappen soll: Skifahren mit Anne und Christian; eine ausgedehnte Kneipentour durch London mit Birgit; Champagner trinken mit dem Liebsten an einem romantischen Nordseestrand - drei Alternativen, damit auch ja nichts schief geht.

Ein Anruf bei Anne. "Ja, Skilaufen wäre wirklich toll. Kannst du nicht mal gucken, ob du im Internet was Günstiges findest? Du sitzt doch sowieso den ganzen Tag vor dem Rechner." Ich surfe also drauf los. Drei Tag lang durchforste ich das World Wide Web auf der Suche nach Skihütten, Silvester-Arrangements und Pensionen. Es gibt tatsächlich noch einige richtig gute Angebote. Ich maile sie Anne. Erst eine Woche später kommt die Antwort: "Eigentlich können wir gar nicht so lange weg. Mein Vater wird doch am 3. Januar 60..."

Die Suche beginnt aufs Neue, dieses Mal nach Kurztrips. Die Ausbeute ist nicht ganz so groß, aber immerhin. Wieder maile ich sie meiner Freundin. Noch am selben Tag klingelt das Telefon. Anne, verschnupft und hörbar müde: "Das ist ja teuer. Für den Preis fährt man sonst zwei Wochen lang weg. Lohnt sich das überhaupt?" - Ich atme tief durch. Bin wütend und enttäuscht, frage: "Was wollen wir also tun?" Ihre Antwort: "Ich habe schon mit Maike und Jörn gesprochen, wir könnten doch alle schön bei uns essen und anschließend in die Stadt gehen." In die Stadt, das ist Hannover-City, und da werde ich garantiert keine Korken knallen lassen. Ich sage: "Mal sehen."