zeit: Was kennzeichnet denn diese reformierte Oberstufe?

Maxie: Das Schuljahr ist aufgeteilt in Module, in Lerneinheiten, die sechs Wochen dauern und am Ende mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Dabei müssen wir uns die Dinge selbst erarbeiten. Es gibt nur noch ganz wenig Frontalunterricht. Am Anfang der sechs Wochen bekommen wir ein Papier, da steht drauf, in der ersten Woche musst du dieses Thema bearbeiten, in der zweiten Woche jenes und so weiter. Jeder kann sein eigenes Lerntempo festlegen. Der Schüler muss also überlegen, ob er in dieser Stunde die Aufgaben 1 bis 10 oder nur die Aufgaben 1 bis 5 bearbeitet.

zeit: Was ist mit Hausaufgaben?

Maxie: Wir bekommen zu jedem Modul eine größere Hausarbeit, für die wir uns das Thema selbst aussuchen müssen. Die besprechen wir mit dem Lehrer: Wie plane ich die Arbeit? Wo bekomme ich die Informationen her? Welche Bücher kann ich für die Recherche benutzen? Dabei kommt es nicht nur auf das Ergebnis an. Eine gute Hausarbeit könnte man sich ja auch einfach aus dem Internet holen. Wichtig ist vor allem der Prozess, wie die Hausarbeit zustande gekommen ist.

Kathrin: Das klingt super. Und bei Problemen ist der Lehrer immer ansprechbar?

Maxie: Ja, der ist ganz normal im Klassenraum. Das sieht manchmal so aus, als wäre der unglaublich faul und sitze nur herum, während die Schüler allein oder in Gruppen arbeiten. Aber das ist gar nicht so. Weil wir häufig mit vielen Fragen kommen. Man kann sich zum Beispiel nicht über Nervenzellen ein ganzes Kapitel erarbeiten, ohne dass da jemand ist, der einem einiges erklärt. Wer Probleme hat, kann sich an den Lehrer wenden. Aber immer nur auf Anfrage des Schülers und auch nur individuell.

zeit: Fiel es dir schwer, dich an diesen Unterricht zu gewöhnen?