Joachim Angerer: Ein Marketingverein mit 20 Mitgliedern. Wir wollen zeigen, dass Klöster keine musealen Bauten sind. Im Stift Melk leben heute wie vor 900 Jahren Benediktiner, in Sankt Florian Augustiner Chorherren, in Geras die Prämonstratenser. Wir beleben die Klöster mit touristischen Angeboten. Klösterreich schließt eine Marktlücke.

Zeit: Warum nun die Vernetzung?

Angerer: Wenn man heute solo auftritt, ist man eine Quantité négligeable. Als Solist kann nur eine Maria Callas die Welt beherrschen. Neben unserem Verein gibt es eine Privatstiftung, die Bauteile von Klöstern oder Stifte touristisch nutzen will. Ziel ist der Aufbau einer Hotelkette Klösterreich. Wir wollen Menschen den Dialog anbieten, die sonst zu kirchlichen Einrichtungen keine Beziehung haben.

Zeit: Klösterreich wirbt um irdische Reisende. Ist Ihnen Gottes Lohn nicht genug?

Angerer: Als Eigentümer der Klöster können wir die Gebäude langfristig nur durch touristische Nutzung erhalten. In Geras machen wir das bereits seit 30 Jahren. Einen alten Getreideschüttkasten haben wir zum Vier-Sterne-Hotel ausgebaut, ein Kunst- und Bildungszentrum geschaffen und weitere touristische Infrastrukturen, als noch niemand an eine Vernetzung der Klöster dachte.

Zeit: Welche Zielgruppe haben Sie im Auge?

Angerer: Wir sind für jedermann und jede Frau offen. Bei der Aktion "Kloster auf Zeit" können Einzelpersonen mit Mönchen oder Nonnen leben und bewusst das Geistliche suchen. Daneben gibt es Aktionen wie Ikonenmalerei in Sankt Lambrecht, Musik in Sankt Florian, Fasten in Geras, Gesundheitsangebote oder "Kloster für Kids" in den Ferien.