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Hans Sarkowicz (Hrsg.):Die Stimmen der Familie Mann in Originaltönen; Hörbuch, Hamburg 2001; 100 Min., 39,12 DM

"Abwesenheit des Vaters / ehrt einen guten Sohn", sagt Goethes Prometheus zum Zeus. Thomas Mann hat 1949 mit seiner Ansprache im Goethejahr demonstriert, wie man einen Altvordern hernimmt, um von sich selbst zu sprechen, wie also Vatermord im freudschen Sinn gemeint ist. Dieser Emanzipationsakt fiel nicht nur den Kindern Thomas Manns, sondern auch vielen nachgeborenen Interpreten schwer, darum ist hier oft von Unterordnung und frühem Leid, aber hauptsächlich von Thomas Mann die Rede - bei konsequenter Auslassung des Bruders Heinrich.

Hermann Kurzke:Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk; Fischer TB Verlag, Frankfurt a.M. 2001; 672 S., 25,23 DM

Freidenken mit Stil: wie man sich einem Großen zuwendet, ohne zu katzbuckeln, wie man sich erhobenen Hauptes und klaren Kopfes verneigt. Anklänge dieser großartigen Synthese aus Werkschau und Lebensbetrachtung nun im Hörbuch: Thomas Mann. Leben und Werk (Hörverlag, München 2001; 130 Min., 36,95 DM). Ein Biograf als Künstler.

Die Familie Mann. Ein Lesebuch mit Bildern; Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2001; 191 S., 15,65 DM

Entschärfung eines gefährlichen Themas: Hier darf jede und jeder Mann zu Wort kommen, auch Viktor und Monika, damit sich der Leser selbst seinen Reim mache, bevor er im hintangestellten Familienalbum blättert.