Somalia steht im Blickpunkt der internationalen Politik. Der Krieg gegen den Terror soll möglicherweise auf das afrikanische Land ausgeweitet werden. Es sei ein Irrtum zu glauben, die Bekämpfung des Terrorismus sei auf Afghanistan beschränkt, hieß es nach dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. "Jetzt haben die Amerikaner Somalia im Visier", machen heute fast wortgleich die "Welt" und die "Frankfurter Rundschau" auf. Derweil stellt sich im Falle Afghanistans weiterhin die Frage, welche Nation die internationale Schutztruppe anführen soll. Die afghanische Regierung wolle deutsche Soldaten durch die Straße patrouillieren sehen, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den Berater des scheidenden afghanischen Präsidenten Rabbani, Hashmatullah Moslih. In der Schlagzeile geht die Zeitung mit der Forderung etwas vorsichtiger um und formuliert: "In Kabul Abneigung gegen eine Schutztruppe unter britischer Führung".

Der "Tagesspiegel" ist auf die Berliner Koalitionsverhandlungen fixiert. Die wurden gestern, mit Ausnahme der Ressortverteilungen und Besetzung der Senatsämter, erfolgreich abgeschlossen. "Rot-Rot in Berlin einig", vermeldet das Blatt.

Auf Rot steht das Licht auch im Todesurteil gegen den Black-Panther-Aktivisten Mumia Abu-Jamal. US-Bundesrichter William Yohn hob gestern in Philadelphia das Todesurteil auf, nicht aber den Schuldspruch. Die Justizbehörden müssen nun das Strafmaß neu festsetzen. "Eine Hinrichtung weniger", titelt die "tageszeitung" lakonisch.

Wenig Freude bei der Telekom. Das Unternehmen korrigiert den Wert seines Immobilienvermögens erneut nach unten: "Immobilien belasten Ergebnis der Telekom noch stärker", macht das "Handelsblatt" auf. Um Geld geht's auch bei der "Bild". Sabine Christiansen schafft es wiederholt in dieser Woche auf das Titelblatt. Erneut ist die "10-Millionen-Scheidung" das Thema: "Kann das viele Geld ihren Schmerz lindern?"

Abschied vom Fall Leuna?

Die Ergebnisse der Untersuchung in der Leuna-Spendenaffäre finden sich auf den ersten Seiten recht unterschiedlich widergespiegelt. Die "Welt" hebt hervor, dass die Affäre offenbar weit weniger brisant sei, als bisher angenommen, und zitiert ausführlich die Generalbundesanwaltschaft, die feststellte, dass sie im Zusammenhang mit dem Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie an den französischen Elf-Konzern keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Zahlungen an deutsche Politiker erkennen kann.

Die "Frankfurter Rundschau" hingegen betont, dass der Fall Leuna noch nicht abgeschlossen sei und zitiert einen Sprecher von Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, der meint, es verdichte sich der Eindruck, "dass hier etwas faul ist". Zwar gebe es keine Hinweise für Schmiergeldzahlungen an deutsche Politiker, aus den Akten ergebe sich aber, dass mit dem Leuna-Geschäft Gelder "an zwei namentlich genannte Politiker" geflossen seien. Dabei soll es sich um den CSU-Politiker Holger Pfahls und um Agnes Hürland-Büning (CDU) handeln.