Die Zeiten in seiner Heimat waren schlecht. Und besonders schlecht ging es seiner Mutter: Sie lebte mit drei kleinen Kindern von ihrem Mann getrennt.

Als sie hochschwanger zu ihm fahren wollte, brachte sie in einem Eisenbahnzug ihr viertes Kind zur Welt, den vom Vater lang ersehnten Sohn, um den es hier geht. Seine Eltern gehörten einem Volksstamm an, der vor Jahrhunderten das ganze Land beherrscht hatte und als äußerst eigenwillig und wild galt.

Der Vater war politischer Schulungsleiter bei der Armee und deshalb ständig auf Reisen. Und auch die Mutter musste mehrmals den Wohnort wechseln, von einer elenden Behausung in die andere. Oft mussten sie den einzigen Raum mit anderen Leuten teilen. Es fehlte an allem, auch an Essbarem.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Vater in die Hauptstadt versetzt. Er nahm die Familie mit, weil er hoffte, dass sie dort sicherer leben könnten.

Doch dann fielen Bomben, und die Mutter zog mit den Kindern hinter den Ural.

Dort kam er zur Schule. Er war ein lebhaftes Kind, liebte die Musik und war der Liebling der Mutter. Nicht nur wegen der Mädchenkleider, die er tragen musste, weil seine Mutter nichts anderes für ihn hatte, sondern auch wegen seiner wilden Art und seines schlechten Benehmens wurde er von den anderen Kindern gehänselt. In der ersten Klasse hat er viel geweint. In der zweiten wehrte er sich, und in der dritten hatte er gefürchtete Zornausbrüche. Er wurde ein schwieriges Kind, in sich gekehrt, das aber kaum stillsitzen konnte und immer in Bewegung war.

Der Mutter gelang es einmal, eine Karte für die Oper zu bekommen. Sie nahm ihre Kinder mit, er war etwa sechs Jahre alt. Bei dem großen Andrang kamen sie alle in das prächtige Opernhaus, und was er dort sah, machte einen unauslöschlichen Eindruck auf ihn, der über sein ganzes Leben entschied.