In knapp zwei Wochen ist es so weit: Der Euro hält in zwölf europäischen Ländern Einzug. Gleichzeitig verschwinden D-Mark, Lire, Francs, Schilling und Peseten. Mit dem Horten ausländischer Münzen und Scheine bis zum nächsten Urlaub ist es dann auch vorbei. Der Rücktausch ausländischer Währungen ist hierzulande allerdings nur eine begrenzte Zeit lang möglich. Die Landeszentralbanken nehmen bis 31. März 2002 Sorten aus den Euroländern zurück. Die privaten Kreditinstitute haben sich auf denselben Termin geeinigt. Dies gilt allerdings nur für Scheine

Münzen werden nicht umgetauscht.

Auch nach dem 1. Januar kann es jedoch passieren, dass Geldautomaten in einigen Euroländern noch Landeswährung ausgeben. So werden in Frankreich nur 85 Prozent aller Automaten bis zur Jahreswende auf Euro umgestellt, in Irland und Spanien sind es etwa 90 Prozent. In Portugal gibt sogar jeder zweite noch Escudos aus. Verbraucherschützer weisen deshalb darauf hin, dass es mit dem Rücktausch im Einzelfall etwas knapp werden kann. Wer zum Beispiel Ende Februar Landeswährung an einem EC-Automaten zieht, dem bleiben in Deutschland maximal vier Wochen zum Umtausch in Euro. Experten der Bundesbank halten die Frist bis 31. März allerdings für absolut ausreichend. Jeder muss seinen Beitrag zur Währungsumstellung leisten, auch der Bürger, sagt Bundesbanksprecherin Gabriele Reitz-Werner. Wenn die Leute nicht unnötig Devisenbestände horten, reicht die Zeit vollkommen aus.

Von April an ist das Wechseln nationaler Währungen der Euro-Staaten nur noch im jeweiligen Land selbst möglich. In Belgien und den Niederlanden geht das bei Privatbanken bis Ende des Jahres 2002, in Frankreich, Spanien, Portugal und Luxemburg nur bis 30. Juni. In Finnland, Griechenland, Irland und Österreich wird der letzte Umtauschtermin individuell von den Banken festgelegt.

Wer nach diesem Zeitpunkt ausländisches Geld in der Schublade findet, für den gibt es nur noch eine mühsame Umtauschmöglichkeit: Um Drachmen oder Escudos in Euro zu wechseln, muss man zur jeweiligen nationalen Notenbank gehen. Die Zentralbanken in Österreich, Spanien und Irland nehmen ihre Währungen unbefristet zurück. In Belgien und Luxemburg werden nur Scheine ohne Zeitbegrenzung umgetauscht, Münzen lediglich bis Ende 2004. Italien, Frankreich, Griechenland und Finnland haben den Umtausch von Banknoten auf zehn, von Münzen auf zwei bis zehn Jahre beschränkt.

Für Diskussionsstoff sorgten mitten in der heißen Phase der Währungsumstellung einige Privatbanken. Vergangene Woche verhängte die Europäische Kommission Geldbußen von über 100 Millionen Euro gegen fünf deutsche Kreditinstitute, weil sie geheime Preisabsprachen getroffen haben sollen. Es steht den Banken frei, auch nach der Festlegung der Wechselkurse Gebühren für den Umtausch der Euro-Währungen zu verlangen. Sie dürfen sich hierzu jedoch nicht zusammentun, sagt EU-Kartellwächter Mario Monti. Das Verhalten der Kreditinstitute habe nicht nur unmittelbaren Schaden beim Verbraucher verursacht, sondern auch das Vertrauen der Bürger in den Euro beeinträchtigt.

Trotz der hohen Geldbußen werden die Privatbanken allerdings weiter Gebühren verlangen. Zwischen zwei und vier Prozent sind beim Umtausch europäischer Währungen fällig. Reisende müssen also bis zum letzten Moment der Euro-Umstellung Kosten in Kauf nehmen - auch noch in der Doppelwährungsphase zwischen dem 1. Januar und Ende März. Gebührenfrei ist das Wechseln in Euro nur bei den Landeszentralbanken.