Es ist ungefähr drei Jahre her, da träumte ich von einer merkwürdigen Begegnung. Ich lag in einem Swimmingpool und entspannte mich im warmen Wasser, als mich ein Mann ansprach: Sie werden von der Queen einen Orden erhalten. Als ich den Mann genauer betrachtete, erkannte ich: es war Prinz Charles. Ich habe keine Ahnung, was Prinz Charles und ich in diesem Pool zu suchen hatten, und würde mich heute wohl gar nicht mehr an diesen Traum erinnern, wäre er nicht vor wenigen Wochen wahr geworden: Am 20. November ernannte mich die Queen ob meiner 45-jährigen Verdienste um Film und Drama zum Commander of the Order of the British Empire.

Wer wie ich kurz vor seinem 80. Geburtstag steht, hat in seinem Leben eine Menge Träume gehabt, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Einige haben sich erfüllt, viele sind vergessen, andere werde ich wohl mit ins Grab nehmen.

Eine Sache wollte ich mehr als alles andere auf der Welt, konnte sie aber nie verwirklichen. Es ist mein größtes Versäumnis, meine größte Frustration, kein Opernsänger geworden zu sein. Seit meiner Jugend träume ich davon. Ich liebe diese Musik, diese wunderbaren Stimmen. Und ich kann singen. Mir liegt es im Blut, in den Genen: Einige meiner Verwandten waren und sind Opernsänger, und zwar sehr gute.

Ich hatte sogar die Möglichkeit, diese Laufbahn einzuschlagen, habe sie aber nicht wahrgenommen. Nicht wahrnehmen können - weil ich es mir nicht leisten konnte. Ende der vierziger Jahre entdeckte der skandinavische Startenor Jussi Björling auf einer Party in Stockholm mein Talent

daraufhin wurde mir die Ausbildung an einer renommierten Gesangsschule in Stockholm angeboten. Aber ich hatte nicht die Mittel. Mein Stiefvater war bankrott gegangen, und ich musste Geld verdienen.

Noch heute kann ich in fünf verschiedenen Sprachen akzentfrei singen.

Sprachen habe ich schon immer beinahe genauso geliebt wie Musik. Es fällt mir leicht, fremdsprachige Texte zu lernen. Ich habe sogar eine Platte aufgenommen, auf der ich neben italienischen Arien auch Stücke von Wagner und aus der Dreigroschenoper singe. Mackie Messer zum Beispiel, ein Lied, das man ein wenig gepresst, wie ein Gangster, singen muss, damit es seine ganze Wirkung entfaltet.