Dürfte nur ein Heymsches Buch bleiben, so sei es Nachruf, die Autobiografie. Sollten zehn Seiten Zeugnis reden über den Menschen S. H., dann der Anfang des Kapitels 19. Der Krieg ist aus, US-Soldat Heym kehrt heim - der Krieger zur Schriftstellerei, Odysseus zu Penelope. Er war, das bringt der Krieg, auf vielen Inseln und nicht treu. Darum geht die Frau. Er lässt sie ziehen und wirft sich ins Schreiben. Das Werk stockt, er sucht die Frau und findet sie in Mexiko. Behutsame Näherung. Sie ist verletzt und stark, er noch immer nicht völlig entschieden. Sie badet im Meer, weit schwimmt sie hinaus. Plötzlich Geschrei am Ufer und in den Booten. Ein schwarzes Dreieck umkreist die Schwimmerin. Ein Hai.

"Er sucht ihr zu Hilfe zu kommen. Aber er ist ein schlechter Schwimmer

lange bevor er sie erreichen kann, wird sie von einem der Boote an Bord genommen.

An Land dann, da er sie in die Arme schließt, weiß er: dies, jawohl, ist es, und zwar auf Dauer

die Zeit ist vorbei, da er diese Ehe als eine Art Opfergabe betrachten durfte, dargebracht von dem Soldaten den Göttern im Tausch für das eigene Leben

es ist das Leben."

Diese Zeilen sind ein Nukleus des Heymschen Riesenwerks. Sie enthalten all das Seine: Story und Metaphysik, Memento Mori und männliches Melodram, Selbstbezug und schwingende Gebärde. Eines fehlt, endlich einmal: Distanz.