Der neue Mini Cooper sieht wirklich charmant aus, wenn er weit weg steht. Und aus der Nähe? Erste Eindrücke der Redakteure des Wirtschaftsressorts, die kollektiv den Kleinen testen: An einen tapsigen Boxerrüden erinnert er manche. Andere finden ihn kraftvoll, aber noch kindlich, wieder andere bezeichnen ihn als Potenzfrosch.

Während sich das Kollektiv noch eine gemeinsame Meinung bildet, hockt der fette Winzling auf dem Asphalt, wartet mit großen Kulleraugen und kurzer Schnauze auf einen, der ihn ausführt. (Also doch eher ein Boxerrüde.) Vor der Abfahrt schauen wir ihm noch unter die Haube. Zwei dürre Teleskoparme stemmen sie empor, darunter ist es schwarz, zwischen den beiden Radkästen alles mit Schutzhüllen verdeckt. Vertrauenerweckend. Doch als die Haube wieder runter soll: Was ist das? Weichlich wackelt sie herum und fällt nicht einmal mit einem annehmbaren Geräusch in ihre Halterung zurück, sondern bleibt klappernd auf den letzten Zentimetern stecken. Als ob des Minis Milchzähne gerade locker säßen. Der Vergleich mit dem alten Mini ist unfair, darin sind sich alle Tester einig. BMW hat es schließlich so gewollt, denn das Auto trägt den alten Namen und erinnert stärker an seinen Vorgänger als etwa der New Beetle an den VW Käfer. Allerdings spricht einiges dafür, dass der neue Mini niemals so sein wird wie der alte.

Früher war der Mini wirklich klein und klapperte, erinnern sich einige von uns. Der Motor sprang nie auf Anhieb an - bei den verheirateten Redaktionsmitgliedern musste immer ein Schwager mit seinem Hammer auf den Motorblock schlagen, damit hinterher die Zündung funktionierte. Wer keinen Schwager oder Hammer hatte, nahm den Bus. Wer im alten Mini saß, sah die Welt demütig von unten nach oben. Heute sitzt der Fahrer kaum noch tiefer als sein Straßennachbar im VW Polo, im Fiat Punto oder im Opel-Astra-Stufenheck.

In jeden alten Mini gehörte eine Taschenlampe. Heute leuchtet das Auto selbst. Die Armatur strahlt satt orange im Dunkeln, vorteilhaftes Hellgelb verströmt die Birne im Schminkspiegel, sobald man ihn aufklappt. Das freut die Damen im Wirtschaftsressort. Außerdem illuminiert die Fußraumlampe beim Ein- und Aussteigen dezent die teuren Schuhe und das zwischen Gaspedal und Bremse dahinfaulende Herbstlaub. Letzteres erfreut niemanden unter uns - faulige Blätter sind hässlich, und teures Schuhwerk tragen wir ausschließlich sonntags.

An Bord sind Notrufnummer und ein neonrotes Kleidungsstück

Den Abschluss bilden Klimaanlage und Sitzheizung. Entbehrungsgewohnte Marathonläufer unter den Testern bezeichnen das angenehme Equipment als dekadent. Okay, wenn man es mit den Wärmschläuchen des Vorgängers vergleicht, die im Sommer heizten und im Winter kühlten.

So viel Nostalgie und Nörgelei. Was können Mini-Fahrer bloß tun, wenn ihre Freunde lästern? In solchen Momenten lässt BMW keinen seiner Mini-Fahrer allein. 0800-MINI HELP heißt die Telefonnummer für den Notfall. Der Aufkleber mit der Nummer pappt an der Unterseite des Kofferraumdeckels