Die Zeit: Herr Prälat Angerer, das Reiseland Österreich kennen wir zur Genüge. Was ist Klösterreich?

Joachim Angerer: Ein Marketingverein mit 20 Mitgliedern. Wir wollen zeigen, dass Klöster keine musealen Bauten sind. Im Stift Melk leben heute wie vor 900 Jahren Benediktiner, in Sankt Florian Augustiner Chorherren, in Geras die Prämonstratenser. Wir beleben die Klöster mit touristischen Angeboten.

Klösterreich schließt eine Marktlücke.

Zeit: Warum nun die Vernetzung?

Angerer: Wenn man heute solo auftritt, ist man eine Quantité négligeable. Als Solist kann nur eine Maria Callas die Welt beherrschen. Neben unserem Verein gibt es eine Privatstiftung, die Bauteile von Klöstern oder Stifte touristisch nutzen will. Ziel ist der Aufbau einer Hotelkette Klösterreich.

Wir wollen Menschen den Dialog anbieten, die sonst zu kirchlichen Einrichtungen keine Beziehung haben.

Zeit: Klösterreich wirbt um irdische Reisende. Ist Ihnen Gottes Lohn nicht genug?