Bundesfinanzminister Hans Eichel ist mit dem Immobilienmanagement des Bundes unzufrieden. Ausgerechnet beim früheren Dienstsitz des Bundesrechnungshofs gelang es den Beamten bisher nicht, die Immobilie - ein Filetstück zwischen Römer und der Haupteinkaufsstraße Zeil in Frankfurts Innenstadt - zu verkaufen. Immerhin ist der Rechnungshof schon am 1. Juli 2000 nach Bonn umgezogen. Der Grund für die kostspielige Verzögerung: Der Meistbietende, der für Haus und Grundstück 75 Millionen Mark zahlen wollte, bekam die Finanzierung nicht zusammen. Das nächste Gebot, 73 Millionen Mark, schlugen die Beamten aus. Der Zinsverlust ist jetzt schon höher als die Differenz zwischen den Offerten.

Für den Steuerzahler bleibt ein Trost: Wenn die Kontrolleure des Rechnungshofs den Fall aufgreifen und in ihrem nächsten Bericht rügen, wird vielleicht das Projekt mit dem schönen Namen Nimbus beschleunigt, das bereits vor über einem Jahr vom Berliner Finanzministerium in Gang gesetzt wurde.

Ziel von Nimbus ist eine "Kostensenkung und optimale Wertschöpfung aus dem Vermögenswert Immobilie". Immerhin besitzt der Bund Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 2,4 Millionen Hektar - das entspricht in etwa der Größe der Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg und Hessen.