Schlesien! Das alte Zauberland, Dichter- und Träumerland im Herzen Europas, wo einst, bevor der nationale Wahn des 20. Jahrhunderts wütete, Menschen aus Polen und Preußen, aus Süddeutschland, aus Böhmen und allen Ländern Habsburgs zusammenlebten. Und mitten darin, im Herzen des Herzens, das niederschlesische Hirschberg und das Hirschberger Tal zu Füßen des Riesengebirges mit seiner märchenhaften Schneekoppe (1603 Meter). Hier zog es so viele hin, Maler und Dichter, europäische Fürsten und amerikanische Präsidenten. Eine hinreißende Burgen- und Schlösserlandschaft wuchs über die Jahrhunderte, polnische Piastengeschlechter haben daran mitgebaut und später die Hohenzollern. Die deutsch-polnische Ausstellung Das Tal der Schlösser und Gärten entfaltet in Gemälden, Fotos und Objekten den Glanz dieses großen Kapitels mitteleuropäischer Kulturgeschichte. Die außergewöhnliche zweisprachige Schau, die im Sommer bereits in Breslau und Hirschberg gezeigt wurde (ZEIT Nr. 29/01) und nun im Berliner Schlösschen Britz gastiert, ist ein Projekt der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch. Hinter dem nichtssagenden Namen verbirgt sich eine engagierte Berliner Bürger-Initiative, der es - wie bei ihrer schönen Ausstellung über Künstlerkolonien im Riesengebirge vor einem Jahr - auch jetzt wieder darum geht, die just den Jüngeren im Westen kaum noch vertraute Kulturlandschaft Schlesien bekannt zu machen. Eine herrliche Urlaubslandschaft zudem! Was schon unser Bild Reise der königlich(-preußisch)en Familie nach der Schneekoppe den 15. Juni 1830 beweist. Doch bevor wir es Königs nachtun - erst einmal nach Britz!

Schloss Britz, Alt Britz 73, 12359 Berlin, bis 27. Januar: Di-Do 14-18, Fr bis 20 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr

Eintritt 6,- DM. Der prächtige Begleitband, 414 S., kostet 48,- DM (ISBN 83-914131-0-1)

Info: 030/60 97 92 30