Doch wäre Scharons Problem so nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Professionelle Handwerker der Gewalt, wären diese Männer (allesamt übrigens Arafat-Loyalisten) zwar imstande, Hamas und Dschihad auszuschalten. Aber was dann? Palästina als Protektorat und Kolonie? Das will nach wie vor die Mehrheit der Israelis nicht, sei's aus moralischen oder realpolitischen Gründen. Und die Palästinenser werden weiterkämpfen - weil ihre Situation unerträglich ist, weil sie das gleiche Recht auf einen Staat haben wie die Israelis.

Daraus folgt, dass Scharon sich nicht als ungewollter Kumpan von Hamas und Dschihad hergeben darf, dass er Arafat oder seinen Nachfolgern nicht nur Panzer, sondern auch Perspektiven zeigen muss. Zwar hat er bislang nur als Soldat geglänzt, aber auch er will ebenso wenig wie Arafat bloß als Verwalter der Gewalt in die Geschichte eingehen. Ein Vorbild hätte er: den Kriegshelden und Hardliner Jitzhak Rabin, der Arafat 1993 im Rosengarten des Weißen Hauses die Hand reichte. Er tat's widerwillig, aber er tat's.

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